Marie und Paul sind die beliebtesten deutschen Vornamen 2018 | Deutschlehrer-Info | DW | 02.05.2019
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Marie und Paul sind die beliebtesten deutschen Vornamen 2018

Bei den Vornamen lieben es viele Deutsche klassisch: Zu den Top Ten der beliebtesten Babynamen in Deutschland gehören Marie, Sophie und Paul – und das seit Jahren. Auch in anderen Ländern bleibt man den Favoriten treu.

Junge Eltern stehen nicht nur vor der Wahl, welcher Kinderwagen der beste fürs Baby ist oder welche Farbe das Kinderzimmer dominieren soll. Sie müssen eine Entscheidung treffen, die ihr Kind ein Leben lang prägen wird: Der Name wird es immer begleiten und sollte daher wohl überlegt sein.

In Deutschland gibt es für alles Regeln, so auch für die Namensvergabe. Der Name des Kindes muss eindeutig einem Geschlecht zuzuordnen sein. Er darf ausgefallen sein, aber nicht rufschädigend. Cartier und Chaplin ist erlaubt, Pinocchio und Batman hingegen nicht. Doch so viel Kreativität legen die wenigsten Eltern an den Tag. Die meisten Deutschen entscheiden sich seit Jahren für die immer gleichen Namen. Individualität hin oder her. Und alte Namen, die schon die Großväter und Großmütter getragen haben, sind wieder in: Marie/Maria, Sophie/Sofie, Paul, Alexander und Maximilian sind schon länger Dauerbrenner. Auch in diesem Jahr gehören diese Namen wieder zu den Spitzenreitern.

Säugling (picture alliance)

Im Zweifel einfach mit Marie ansprechen - es besteht eine 2,68 prozentige Wahrscheinlichkeit, dass der Name stimmt

Johanna und Henry kommen neu hinzu

In den Top Ten tauchen neben den Klassikern auch viele kurze Namen auf: Mia, Anna, Leon und Noah. Die Gesellschaft für deutsche Sprache erkennt darin einen gesellschaftlichen Wandel: "Auf einem kurzen Namen ballt sich also durch den Einsatz vieler Vokale und verhältnismäßig weniger Konsonanten eine hohe Klangfülle. Dadurch wirken die Jungen- und Mädchennamen weicher und androgyner – die Geschlechter nähern sich einander in der Namengebung immer weiter an und Gender wird abgeschwächt." Newcomer in der Liste sind Johanna und Henry.

Seit 1977 veröffentlicht die Gesellschaft für deutsche Sprache einmal im Jahr die beliebtesten Vornamen für Jungen und Mädchen in Deutschland. Rund 700 Standesämter übermitteln die Namen an die Gesellschaft für deutsche Sprache – das sollen, so die Gesellschaft, fast 90 Prozent aller Vornamen sein, die im Jahr 2018 von den Ämtern erfasst wurden.

Ausgewertet werden ebenfalls die Top Ten der türkisch-arabischen Vornamen. Denn in Deutschland hat jeder Vierte einen Migrationshintergrund; die meisten, rund 14 Prozent, stammen aus der Türkei. Diese Liste wird von den Namen Layla/Leyla und Mohammed angeführt. Mohammed schafft es auf Platz 24 der Gesamtliste der in Deutschland 2018 vergebenen Vornamen. 

International beliebte Namen

In Großbritannien werden die populärsten Namen traditionell im Sommer veröffentlicht, daher liegen noch keine Zahlen für 2018 vor. 2017 führten Oliver, Harry und George die Liste an  immerhin zwei Namen beliebter Prinzen des englischen Könighauses. Auch der aktuell in Deutschland beliebte Name Noah taucht in den Top Ten auf. Olivia, Amelia und Isla sind die beliebtesten britischen Mädchennamen. Auch Mia hat es gerade noch in die Top Ten geschafft. Neue Zahlen aus den USA liegen ebenfalls noch nicht vor. Die beliebtesten Namen 2018: Noah, Liam und Benjamin sowie Emma, Olivia und Ava.

In Frankreich gibt es eine offizielle Rangliste, die seit vielen Jahren von der Autorin Stéphanie Rapoport zusammengetragen und als Buch "L'Officiel des prénoms" veröffentlicht wird. Auf den ersten Plätzen des 2018er-Rankings stehen bei den Mädchen Emma, Jade und Alice, bei den Jungen Jules, Louis und Gabriel. Auch in Südamerika werden die beliebtesten Namen ermittelt. Natürlich variieren die Favoriten von Land zu Land, aber 2017 und 2018 lagen Mateo, Santiago und Matías sowie Sofia, Isabella und Emma immer weit vorn. Maximiliano – die spanische Form von Maximilian – und BenjamÍn sind ebenfalls oft in den Top Ten vertreten.

Christliche Tradition

Natürlich gibt es nationale Besonderheiten, dennoch werden einige Namen, wenn auch in leicht abgewandelter Form, weltweit vergeben. Das ist kein neues Phänomen oder eine Folge der Globalisierung, sondern geht auf die gemeinsame christliche Tradition zurück. Zahlreiche Namen wie Noah, Mia, Marie und Paul tauchen schon in der Bibel auf. Auch die Namen von Heiligen, Märtyrern oder Päpsten dienten den Namensgebern Jahrtausende lang als Inspiration. Doch Geschichte und Bedeutung dieser christlichen Vornamen ist vielen Eltern heute gar nicht mehr bewusst – oder gleichgültig. Hauptsache er klingt schön und passt zum Nachnamen.

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