Mapuches erheben Anspruch auf ihr Land | Amerika - Die aktuellsten Nachrichten und Informationen | DW | 20.08.2009
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Amerika

Mapuches erheben Anspruch auf ihr Land

Kreislauf der Interessen

Hier schließt sich der Kreis zur Politik, so Pater Fernando Díaz. Die beiden Präsidentschaftskandidaten, die sich um die Nachfolge von Staatschefin Michelle Bachelet bewerben, verfolgen jeweils eigene wirtschaftliche Interessen im Süden Chiles. So hat der Kandidat des Regierungslagers Eduardo Frei in seiner ersten Amtszeit 1991 dafür gesorgt, dass das spanische Energieunternehmen Endesa den Zuschlag für den Bau eines riesigen Wasserkraftwerkes am Bio-Bio-Fluss bekam, der in sechs Stufen gestaut wird.

Chile Ureinwohner Mapuches Kinder

Die Mapuche sind die größte Minderheit in Chile

Dafür wurde Stammesland der Mapuches beschlagnahmt und geflutet. Das Bauunternehmen von Eduardo Frei profitierte unmittelbar von dem Projekt. Für den Beauftragten der Indigenen-Pastoral ist Frei als möglicher Präsident damit nicht qualifiziert, zur Lösung des Konflikts beizutragen. "Er ist nicht glaubwürdig in der Indigenen-Frage. Es ist eindeutig mit den Unternehmen verbunden, die den Mapuche-Gemeinden schaden."

Ähnlich eindeutig fällt sein Urteil über den Kandidaten der Opposition, Sebastián Piñera aus. Der Unternehmer und Eigentümer des privaten TV-Senders Chilevisión profiliert sich gerne als Hardliner. "Er ist einer von denen, die darauf bestehen, das Antiterror-Gesetz zur Niederschlagung der Mapuche-Forderungen anzuwenden", so Pater Fernando.

Eskalation der Gewalt

Chile Präsident Michelle Bachelet Flagge

Die chilenische Präsidentin hat die Konfliktparteien zur Gewaltfreiheit aufgerufen

Das Antiterrorgestetz aus der Pinochet –Ära ist auch 20 Jahren nach der Rückkehr zur Demokratie noch in Kraft und wird weiterhin angewandt. "Es gibt immer noch politische Mapuche-Gefangene, obwohl Frau Bachelet da auch Besserung versprochen hatte. Ich bin ehrlich gesagt skeptisch, was eine zügige Verbesserung dieser Verhältnisse betrifft", so das ernüchternde Fazit von Yvonne Bangert von der GfbV.

Pater Fernando Díaz hofft zwar, dass es keine weiteren Opfer in diesem Konflikt gibt, doch auch er ist pessimistisch. Angesichts der Kriminalisierung der Forderungen der Mapuches und "der Brutalität, mit der die Polizei gegen die Landbesetzungen vorgeht – mit Billigung der Staatsanwaltschaft - fürchten wir nicht nur um das Leben der Mapuches, sondern auch, dass dieser Konflikt weiter eskaliert und dass es aus diesem aufgeheizten Klima der Gewalt und der Ungerechtigkeit auch zu Angriffen auf Polizisten kommen kann."

Autorin: Mirjam Gehrke
Redaktion: Oliver Pieper

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