Malta nimmt Bootsflüchtlinge nach tagelanger Irrfahrt auf | Aktuell Europa | DW | 02.12.2018
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Migration

Malta nimmt Bootsflüchtlinge nach tagelanger Irrfahrt auf

Ein spanisches Fischerboot mit Migranten an Bord hat nach zehntägiger Irrfahrt auf dem Mittelmeer in Malta angelegt. Die Inselrepublik nimmt einstweilen elf afrikanische Flüchtlinge auf.

Spanien Migration l Malta nimmt elf Flüchtlinge nach Irrfahrt im Mittelmeer auf (picture-alliance/AP/J. Fergo)

Ein erschöpfter Migrant wird auf dem Fischerboot medizinisch versorgt und ausgeflogen

Das Schiff "Nuestra Madre Loreto" habe die Migranten an die maltesische Küstenwache übergeben, teilte die spanische Hilfsorganisation Pro Activa Open Arms mit. In Kürze könnten sie an Land gehen. Die spanische Vize-Ministerpräsidentin Carmen Calvo sagte in Madrid, ihre Regierung habe vom ersten Tag an dafür gearbeitet, dass das Schiff in den nächstgelegenen und sicheren Hafen einfahren kann.

Maltas Regierung kündigte an, die Migranten nach einer medizinischen Untersuchung nach Spanien zu überstellen. Die Besatzung des Fischerboots hatte am 22. November zwölf Flüchtlinge aus Somalia, Ägypten, Niger, Sudan und Senegal von einem Schlauchboot gerettet. Jedoch fand sich kein aufnahmebereiter Hafen. Die Menschen waren von der Küste Nordafrikas aus in See gestochen.

Die Regierung in Madrid versuchte ohne Erfolg, Libyen zur Rücknahme der Migranten zu bewegen. Auch Italien und Malta wiesen die Anfrage aus Spanien zunächst ab. Der Kapitän der "Nuesta Madre Loreto" hatte der spanischen Zeitung "El País" gesagt, dass sich die Migranten geweigert hätten, zurück in das Bürgerkriegsland Libyen gebracht zu werden. Italien hat seine Häfen für Migranten weitestgehend geschlossen. Auch Malta hat Schiffen mit Flüchtlingen mehrmals die Einfahrt untersagt. Beide Länder pochen darauf, dass ankommende Migranten in Europa verteilt werden sollen.

Spanien Migration l Malta nimmt elf Flüchtlinge nach Irrfahrt im Mittelmeer auf (picture-alliance/AP/J. Fergo)

Das Fischerboot "Nuestra Madre Loreto"

Grünes Licht aus Malta

Am Sonntag gab Malta schließlich grünes Licht. Einer der Migranten war bereits am Freitag wegen akuter Dehydrierung mit einem Rettungshubschrauber auf die Mittelmeerinsel geflogen worden. Der Gründer von Proactiva Open Arms, Óscar Camps, beklagte das tagelange Tauziehen um die Aufnahme der Flüchtlinge. Dadurch seien die Menschen an Bord erheblichen Gefahren ausgesetzt worden.

In diesem Jahr kamen nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bereits mehr als 100.000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa. Etwa 2100 Menschen kamen dabei ums Leben. Schiffe, die Flüchtlinge im Mittelmeer vor dem Ertrinken retten, werden immer häufiger abgewiesen.

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Unverzagt – Kapitän der Lifeline will wieder aufs Meer

Neue deutsche Hilfsmission

Die deutsche Flüchtlingshilfsorganisation Sea-Eye kündigte am Sonntagabend den Start einer neuen Mission an. Das umgerüstete deutsche Forschungsschiff "Professor Albrecht Penck" habe am Samstag Cuxhaven verlassen und sei nun auf dem Weg ins Mittelmeer, erklärte die Organisation. Es sei "das erste Schiff einer zivilen Rettungsorganisation unter deutscher Flagge". Die erste Beobachtungsmission solle am 16. Dezember ab Spanien starten und drei Wochen dauern.

Im Sommer hatte ein Flaggenstreit die Einsätze der Organisation gestoppt. Die Niederlande hatten dem Schiff "Seefuchs" des in Regensburg ansässigen Vereins den Flaggenschutz entzogen, Malta setzte das Schiff daraufhin fest. Anfang November teilte die Organisation mit, sie habe von den deutschen Behörden eine Zusage für eine Flagge erhalten und werde ihre Rettungseinsätze mit einem neuen, größeren Schiff fortsetzen.

kle/nob (afp, dpa)

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