Mali überstellt Islamisten an Internationalen Strafgerichtshof | Aktuell Afrika | DW | 01.04.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Westafrika

Mali überstellt Islamisten an Internationalen Strafgerichtshof

Dem Malier werden Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Er soll in den Jahren 2012 und 2013 an der Folter, Vergewaltigung und Versklavung von Frauen und Mädchen beteiligt gewesen sein.

Auch die Zerstörung von Kulturgütern wird Al Hassan Ag Abdoul Aziz Ag Mohamed Ag Mahmoud vorgeworfen. Die Anklagevertretung habe genügend Beweise vorgelegt, die einen Haftbefehl rechtfertigten, erklärte der Internationale Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag.

Der Haftbefehl sei am 27. März erlassen worden, teilte Chefanklägerin Fatou Bensouda mit. Die malischen und niederländischen Behörden hätten zusammengearbeitet. Al Hassan wurde im Haftzentrum des ICC in den Niederlanden in Gewahrsam genommen. Er hatte als Chef der islamistischen Polizei in der Wüstenstadt Timbuktu gearbeitet.

Das zweite Verfahren

Al Hassan ist der zweite malische Islamist, der in Den Haag vor Gericht gestellt wird. 2016 hatte der ICC Ahmad al-Faqi al-Mahdi zu neun Jahren Haft wegen der Zerstörung von Stätten des Weltkulturerbes verurteilt, die der Gerichtshof damals erstmals als Kriegsverbrechen wertete. Al-Mahdi hatte seine Vergehen gestanden und um Verzeihung dafür gebeten. Möglicherweise könnte er nun gegen Al Hassan als Zeuge aussagen.

Islamisten hatten in Timbuktu unter anderem wertvolle Manuskripte und Mausoleen vernichtet. Nach einem Militärputsch war Mali 2012 ins Chaos gestürzt. Islamisten und Tuareg-Rebellen brachten den Norden des westafrikanischen Landes unter ihre Kontrolle.

Durch die Militärintervention Frankreichs 2013 wurden die Extremisten zurückgedrängt. Am Blauhelm-Einsatz MINUSMA im Norden Malis, der die Einhaltung des Friedensabkommens zwischen Regierung und Rebellen überwacht, ist auch die Bundeswehr beteiligt. Die UN-Mission gilt als besonders risikoreich.

haz/qu (rtr, afp)

Die Redaktion empfiehlt