Malawi wählt neuen Präsidenten und Parlament | Aktuell Afrika | DW | 21.05.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Präsidentschaftswahlen

Malawi wählt neuen Präsidenten und Parlament

Millionen Bürger und Bürgerinnen Malawis sind an die Urnen gerufen. Die Wahl wird sich zwischen drei Kandidaten entscheiden. Eine wichtige Rolle spielen die verschiedenen Regionen des ostafrikanischen Landes.

Video ansehen 01:06

Malawis Präsident bewirbt sich um weitere Amtszeit

Mehr als sechs Millionen Menschen sind in Malawi dazu aufgerufen,  einen neuen Präsidenten, Parlament und Gemeinderäte zu wählen. Es wird ein knappes Ergebnis erwartet. Zur Wahl in dem ostafrikanischen Land stehen der amtierende Präsident Peter Mutharika, der aktuelle Vizepräsident Saulos Chilima und der Oppositionsführer Lazarus Chakwera.

In Malawi muss der Wahlsieger die Mehrheit der Stimmen erhalten, aber insgesamt nicht über 50 Prozent der Stimmen kommen. Armee und Polizei haben bekannt gegeben, dass sie die mehr als 5000 Wahllokale schützen. Sie sind zwölf Stunden lang geöffnet.

Es wird erwartet, dass sich die Wähler Malawis an den Regionen des Landes orientieren werden. Das war bereits bei früheren Wahlen der Fall. Dabei könnte der Oppositionsfrüher Chakwera die Zentralregionen von sich überzeugen, während Chilima den Norden und Mutharika den Süden für sich entscheiden könnte. "Der Sieger der Wahl wird wahrscheinlich derjenige sein, der in allen Regionen an zweiter Stelle steht", sagt der Politikwissenschaftler Boniface Dulani von der Universität Malawi.

Der Oppositionspolitiker Lazarus Chakwer im Wahlkampf

Der Oppositionspolitiker Lazarus Chakwer im Wahlkampf

Korruption und Wirtschaft

Der Wahlkampf der drei größten Kontrahenten drehte sich vor allem um die Themen Korruption und wirtschaftliche Entwicklungen. Der 78-jährige Präsident Mutharika ist seit 2014 im Amt. Seitdem ist die Inflation von 23 Prozent auf neun Prozent gefallen und die Infrastruktur hat sich verbessert. Allerdings haben immer noch nur elf Prozent der Bevölkerung Zugang zu Elektrizität. Dazu kommt, dass Mutharika angetreten war mit dem Versprechen, Korruption zu bekämpfen. Im vergangenen November war er allerdings selbst gezwungen, eine 200.000 Dollar-Spende zurückzuzahlen.

Auch Chilima und Chakwera haben angekündigt, die Korruption zu bekämpfen. Der 46-jährige Vizepräsident Chilima verließ im vergangenem Jahr Mutharikas "Democratic Progressive Party" und gründete seine eigene Partei. Er blieb Vizepräsident, da in Malawi der Präsident diesen nicht entlassen darf. Chilimas Partei richtet hat vorrangig Malawis Jugend als Zielgruppe. 54 Prozent der Wähler in Malawi sind zwischen 18 und 24 Jahre alt.

Rund sechs Millionen Malawis wählen einen neuen Präsidenten

Rund sechs Millionen Malawis wählen einen neuen Präsidenten

Freie Wahlen nach der Diktatur

Malawi erlangte 1964 die Unabhängigkeit von Großbritannien und wurde als Einparteienstaat seit 1966 vom Despoten Hastings Branda als Präsident regiert. Es ist die sechste Wahl in dem ostafrikanischen Land, seit dem Ende der Diktatur im Jahr 1994. 

Das Land mit rund 18 Millionen Einwohnern ist stark von internationalen Hilfsmitteln abhängig und wird häufig von lebensbedrohlichen Dürren heimgesucht. Eine Million Erwachsene leben in Malawi mit HIV - eine der höchsten HIV-Raten der Welt. 

lh/as (ap, rtr, afp)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema