Magazin: Kirchen fehlen bis 2030 rund 14.000 Pfarrer | Aktuell Deutschland | DW | 10.11.2018
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Kirchen

Magazin: Kirchen fehlen bis 2030 rund 14.000 Pfarrer

Nach Informationen des Magazins "Focus" fehlt den Kirchen in Deutschland das Fachpersonal. Immer weniger Menschen wollen demnach Pfarrer werden. Damit können viele Stellen in den nächsten Jahren nicht neu besetzt werden.

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, nannte die Prognose "katastrophal". Gewohnte Strukturen könnten nicht mehr erhalten bleiben. Sternberg forderte, dass Laien in Zukunft mehr Aufgaben übernehmen müssten.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat laut dem Bericht vergleichbare Probleme. Danach geht der Pfarrerverband davon aus, dass sich die Zahl der derzeit etwa 21.000 Pfarrerinnen und Pfarrer aus Altersgründen um rund ein Drittel reduzieren wird. Da es aber an Priesternachwuchs mangele, könnten bis 2030 ebenfalls rund 7.000 Stellen nicht nachbesetzt werden. 

Der Vorsitzende des Pfarrerverbands, Andreas Kahnt, befürchtet gesundheitliche Folgen für die Pfarrer: Jeder einzelne werde über seine Belastungsgrenze beansprucht. Schon in den vergangenen Jahren wurden verstärkt Gemeinden zusammengelegt, so dass ein Geistlicher für mehrere Pfarreien zuständig ist. "Das führt jeden einzelnen Pfarrer an seine Belastungsgrenze - und darüber hinaus", sagte Kahnt.

"Handlungsbedarf bei den Kirchen"

Der religionspolitische Sprecher der SPD, Lars Castellucci, forderte die Kirchen zum Handeln auf. "Dazu braucht es vor allem Vorbilder, die ausstrahlen, dass sie ihre Berufung leben", sagte er dem "Focus". Castellucci hinterfragte die derzeitige Ausbildung: "Ist es wirklich nötig, dass alle Priester Altgriechisch und Latein so intensiv lernen müssen? Und es braucht auch für Späteinsteiger, die sich im Laufe ihres Berufslebens umorientieren, Wege in den Beruf als Pfarrer oder Pfarrerin."

hf/uh (kna, dpa)

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