Madonnas Eurovision-Video offensichtlich verfälscht | Musik | DW | 20.05.2019
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Musik

Madonnas Eurovision-Video offensichtlich verfälscht

Ein offizielles YouTube-Video zeigt die Queen of Pop, wie sie beim Eurovision Song Contest ihren Song "Like a Prayer" vorträgt. Doch die Netzgemeinde wundert sich: Anders als beim Auftritt stimmt hier jeder Ton.

Nach Madonnas Performance beim ESC  überschlugen sich die Kommentatoren: Das sei das "Ende von Madonnas Karriere", hieß es, und dass jeder der 41 Teilnehmer beim Eurovision Song Contest besser gesungen hätte als die Queen of Pop.

Gleich zu Beginn wackelte die Stimme. Dann kam es noch schlimmer: Über weite Strecken des Liedes traf sie den Ton nicht. Die Künstlerin klang außer Atem – und das Herabsteigen der Treppe bereitete ihr sichtlich Mühe.

Beim über vierstündigen Live-Stream des ESC-Finals vom 18. Mai, von den Offiziellen des Eurovision Song Contests hochgeladen, kann man den Auftritt der Künstlerin, der die Zuschauer so schockierte, ab der Zeitmarke 2:56:25 noch mal hautnah erleben.

In einem Videoclip auf Madonnas YouTube-Kanal, der fast drei Millionen Abonnenten hat und am 19. Mai auf dem offiziellen Twitter-Konto des Megastars gepostet wurde, sind dagegen keine stimmlichen Probleme zu hören. Das Audio wurde zwar offensichtlich auch bei einem Live-Auftritt aufgenommen;  hier stimmen die Töne jedoch alle und die Stimme klingt heller. In den sozialen Medien herrscht bei vielen Fassungslosigkeit, außerdem hagelt es Spott und Häme:

Am Montag bestätigte der Eurovision Song Contest die Verfälschung

Ein Twitter-Benutzer fertigte einen Clip an, in dem die Unterschiede eklatant nebeneinander gestellt werden:

Technische Panne oder schlimmer?

Stimmte vielleicht etwas mit dem Mix nicht, den die Künstlerin im Ohr hatte? Das scheint unwahrscheinlich. Mit 41 Teilnehmerländern in diesem Jahr und geschätzten 200 Millionen Zuschauern ist der Eurovision Song Contest die größte Musiksendung der Welt – und er wird penibel geprobt.

Israel Eurovision Song Contest 2019 in Tel Aviv | Madonna (Getty Images/M. Campanella)

Im zweiten Teil des Auftritts gaben Madonna und der Rapper Quavo die Uraufführung ihres neuen Songs "Future"

Obwohl der Madonna-Auftritt bei den drei Proben des Finals fehlte, ist davon auszugehen, dass auch hier nichts dem Zufall überlassen wurde.

Dennoch waren viele von der schiefen Gesangseinlage des Megastars schockiert. Madonnas Fans verteidigten sie, brachten aber auch ihre Enttäuschung zum Ausdruck: 

Madonnas verfehlte Töne in "Like a Prayer" waren keinesfalls der einzige Aufreger bei ihrem Auftritt. Als zwei ihrer Tänzer sich umdrehten, waren israelische und palästinensische Fahnen auf ihren Rücken zu sehen. Es war offenbar ein Plädoyer für die Versöhnung zwischen den Kontrahenten.

Am Sonntag nannte der israelische Kultusminister Miri Regev den Aufruf einen "Fehler". Die European Broadcastion Union und der israelischer Sender Kan, Ausrichter des ausdrücklich unpolitischen Events, erklärten, dass dieses Detail in den Proben nicht vorgekommen sei.

Was den Gesang betrifft, stellt sich die Frage, ob gar von einer "Madonna-Dämmerung" die Rede sein kann. Die Aufregung ist groß, viele machen sich Sorgen um Madonna - denn die hohe professionelle Messlatte der 60-jährigen Künstlerin sorgte für eine entsprechende Erwartungshaltung beim Publikum.

Viele haben Verständnis für die stimmlichen Schwächen der Künstlerin am ESC-Abend aufgebracht. Es dürfte aber nur wenige geben, die das spätere Vertuschen des Auftritts entschuldigen werden.

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