Kim Jong Un räumt wirtschaftspolitisches Scheitern ein | Aktuell Asien | DW | 06.01.2021
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Nordkorea

Kim Jong Un räumt wirtschaftspolitisches Scheitern ein

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un wird bei einem neuen Parteikongress mit "Hurra"-Rufen begrüßt. Doch zur Eröffnung berichtet Kim nicht nur über Erfolge.

Die Ziele des 2016 aufgestellten Fünf-Jahres-Wirtschaftsentwicklungsplanes für sein Land seien "in fast allen Bereichen" verfehlt worden, sagte Kim Jong Un laut staatlichen Medien in seiner Eröffnungsrede vor Tausenden Teilnehmern des Parteikongresses der herrschenden Arbeiterpartei.

Kim, der auch Vorsitzender der Kommunistischen Partei ist, versprach, die Partei werde einen neuen Weg finden, um einen "großen Sprung vorwärts" zu machen. Wie der neue Weg genau aussehen soll blieb zunächst offen. Aber für einen nordkoreanischen Machthaber ziemt sich zu viel Selbstkritik dann doch wohl nicht. Trotz der Fehler sprach er in seiner Rede in Pjöngjang von "einem wunderbaren Sieg", den das Land errungen habe, indem es seine "Macht und sein globales Prestige" gestärkt habe.

Nordkorea | Erster Kongress des Parteitages in Pjöngjang

Tausende Delegierte dicht an dicht

Wegen seines Atomwaffenprogramms ist Nordkorea internationalen Sanktionen unterworfen, die die wirtschaftliche Entwicklung seit vielen Jahren hemmen. Die Folgen von Naturkatastrophen sowie der Coronavirus-Pandemie hatten dem streng abgeschotteten Land im vergangenen Jahr zusätzlich stark zugesetzt, auch wenn Nordkorea eines der wenigen Länder ist, die bisher keinen einzigen Infektionsfall mit dem Erreger SARS-CoV-2 gemeldet haben. Nordkorea hatte seine Grenzen wegen der Corona-Pandemie schon früh dicht gemacht, was sich auch stark auf den Handel mit China, dem wichtigsten Handelspartner und Verbündeten, auswirkte.

Wie schon bei Massenveranstaltungen und verschiedenen Parteitreffen im vergangenen Jahr trugen auch die Teilnehmer des Kongresses keine Schutzmaske gegen das Virus. Der Kongress ist offiziell das höchste Entscheidungsgremium der Kommunistischen Partei, de facto geben aber Kim und seine Spitzenberater den Ton an.  Der Parteitag, bei dem ein neuer Fünfjahresplan aufgestellt werden soll, ist das erste derartige Treffen seit fünf Jahren und erst das achte in der Geschichte Nordkoreas.

qu/as (dpa, rtr, ap)

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