Maas will neue Führung Sudans unterstützen | Aktuell Afrika | DW | 03.09.2019
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Nordostafrika

Maas will neue Führung Sudans unterstützen

Außenminister Heiko Maas ist zu Beginn einer viertägigen Afrika-Reise im Sudan eingetroffen. Als erster europäischer Außenminister kommt er dort mit Vertretern der neu gebildeten Übergangsregierung zusammen.

In der Hauptstadt Khartum stehen Gespräche mit Ministerpräsident Abdallah Hamdok und dem Präsidenten des neuen Regierungsrats, Abdel Fattah al-Burhan, an. Ferner will Außenminister Heiko Maas Vertreter der Zivilgesellschaft treffen. Im drittgrößten afrikanischen Land war vor knapp zwei Wochen die neue Übergangsregierung feierlich vereidigt worden.

"Sudan steht an einem Wendepunkt seiner Geschichte. Mit unnachgiebigem, friedlichem Protest haben die Menschen auf den Straßen eine zivil geführte Regierung eingefordert", erklärte Maas vor seiner Abreise. Er wolle der Protestbewegung höchste Wertschätzung aussprechen. Auch wolle Deutschland die neue Führung des Landes bei der großen Aufgabe unterstützen, das Land nun zu öffnen, zu reformieren und auf echte demokratische Wahlen vorzubereiten. "Wir wollen, dass Sudan diese historische Chance nutzen kann und dafür - nach Jahren der Isolation - die nötige Unterstützung der internationalen Gemeinschaft bekommt."

Unter dem Druck monatelanger Massenproteste hatte das Militär im April den Staatschef Omar al-Baschir abgesetzt, der das konservative islamische Land 30 Jahre lang mit harter Hand regiert hatte. Nach erneuten Auseinandersetzungen wurde schließlich der Souveräne Rat gebildet. Der aus Militärvertretern und Zivilisten bestehende Rat soll eine dreijährige Übergangsphase hin zur Demokratie leiten.

Besuch im Kongo

Am Dienstagabend reist Maas in die Demokratische Republik Kongo weiter. Dort will er sich unter anderem ein Bild von der größten UN-Friedensmission MONUSCO und vom Kampf gegen die Ebola-Seuche machen. Zudem wolle er herausfinden, "wie Deutschland noch zielgerichteter helfen kann, die entsetzliche Ebola-Epidemie zu bekämpfen". Die Epidemie wütet seit rund einem Jahr vor allem in den Provinzen Nord-Kivu - wo Maas Station machen wird - und Ituri im Osten des Landes. Trotz aller Bemühungen zur Eindämmung sind mittlerweile mehr als 3000 Menschen erkrankt. Nach der verheerenden Epidemie in Westafrika 2014/2015 mit über 11.000 Toten ist dies der bislang schlimmste Ausbruch. Er ist besonders schwer in den Griff zu bekommen, da in der Region etliche Milizen aktiv sind.

Maas bekundete zugleich Unterstützung für den Reformkurs von Präsident Felix Tshisekedi, der die Lebensverhältnisse der Bevölkerung verbessern wolle. Als besonderes Anliegen bezeichnete der SPD-Politiker den Besuch im Krankenhaus des Friedensnobelpreisträgers und Mediziners Denis Mukwege, der unschätzbare Arbeit für die Opfer von sexualisierter Gewalt leiste. Deutschland wolle auch auf Ebene der Vereinten Nationen dem Kampf gegen Vergewaltigung wieder mehr Gewicht verschaffen.

kle/bru (dpa, kna, afp)

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