Münster: Eine Kulturstadt im Trauma | Kultur | DW | 07.04.2018
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Kultur

Münster: Eine Kulturstadt im Trauma

Münster ist als Studenten- und Kulturstadt bekannt. Doch am 07. April sorgte die Stadt für Schlagzeilen, nachdem ein Kleintransporter bewusst in eine Menschengruppe fuhr und mehrere Menschen tötete.

Drei Tote und rund 20 Verletzte gab es am 07. April in Münster, einer Stadt, die sonst weniger im Rampenlicht steht und eher als in sich ruhend gilt. Ausgerechnet den "Großen Kiepenkerl", ein berühmtes Traditionslokal mit Außengastronomie, hat sich der Täter als Ziel seiner Amokfahrt ausgesucht. Bei schönem Wetter - am Samstag kletterten die Temperaturen auf mehr als 20 Grad - treffen sich dort viele Einheimische und Touristen auf dem Weg vom Wochenmarkt im Schatten des Münsteraner Doms in die Altstadt. 

Das katholische Münster ist vor allem Samstags ein beliebtes Ziel für Besucher aus den umliegenden Dörfern und Städten und so sind die Einkaufsstraßen und Gassen gut gefüllt. Das Landesmuseum, der Kunstverein, der nach dem Krieg wieder aufgebaute Prinzipalmarkt mit seinen charakteristischen Giebelhäusern und Bogengängen machen Münster zu einer attraktiven Adresse. Die Atmosphäre der Stadt gilt nicht nur durch die markante Architektur, sondern auch durch die vielen Studenten, die mit ihren Fahrrädern unterwegs sind, als einmalig. In der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, WWU, sind derzeit rund 55.000 Studierende eingeschrieben. Münster gehört damit zu den größten Universitätsstädten Deutschlands.

Jeder fünfte Münsteraner ist Student

Schon seit einigen Jahren verteidigt die westfälische Stadt ihren Titel als Deutschlands fahrradfreundlichste Stadt. Fast doppelt so viele Fahrräder wie Einwohner gibt es in Münster. Auch als Stadt der zeitgenössischen Kunst hat sich Münster international einen Namen gemacht. Alle zehn Jahre finden dort die Skulptur Projekte Münster statt, die 2017 über eine halbe Million Besucher anlockten. 

Katholikentag im Mai

Wer Münster noch nicht besucht hat, kennt die Stadt meist aus dem Fernsehen. Der Tatort Münster, wo Hauptkommissar Frank Thiel, gespielt von Axel Prahl, alle paar Monate im Einsatz ist, zählt zu den beliebtesten Folgen der Krimireihe am Sonntagabend. Der TV-Ermittler schrieb auf seiner Facebook-Seite: "Münster, bleib wie Du warst und wie wir Dich lieben: offen, friedlich, freundlich, stark und stolz. Lass Dich jetzt nicht unterkriegen." Wie groß die Solidarität mit den Opfern ist, zeigt der Tweet der Uniklinik Münster, die schon nach kurzer Zeit ihren Aufruf, Blut zu spenden, wieder ausgesetzt hat, weil die Reserven ausreichend gefüllt waren.

Vom 09. bis 13. Mai 2018 soll in Münster, das zum Erzbistum Köln gehört und das Bistum Münster beherbergt, der Katholikentag stattfinden unter dem Motto: "Suche Frieden".

Bis dahin wird die Stadt Münster nach dem aktuellen Trauma auch ihren eigenen Frieden suchen müssen.

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