Mönchengladbach meldet sich zurück | Fußball | DW | 23.09.2015
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Fußball

Mönchengladbach meldet sich zurück

Der Knoten ist geplatzt: Nach dem Rücktritt von Ex-Trainer Favre spielt Borussia Mönchengladbach plötzlich erfolgreich und holt die ersten Saisonpunkte. Derweil lässt der BVB erstmals Zähler liegen.

Borussia Mönchengladbach jubelt im Spiel gegen den FC Augsburg (Foto: Reuters)

Endlich wieder etwas zu feiern: Mönchengladbach holt sich den ersten Saisonsieg - Lucien Favre scheint bereits vergessen

Mönchengladbach fährt emotionale Achterbahn: Nach schier endlosen Nackenschlägen zu Saisonbeginn warf Coach Lucien Favre überraschend die Brocken hin – und kurz danach präsentierte sich die Borussia völlig ausgewechselt. Gegen Augsburg gab es die ersten Zähler und Gladbach ist somit die Rote Laterne los. Die hat nach der Heimpleite gegen den direkten Konkurrenten VfB Stuttgart verdientermaßen nun Hannover 96 inne. In höheren Gefilden der Tabelle verschieben sich ebenfalls die Gewichte: Borussia Dortmund muss durch ein Remis in Hoffenheim Rekordmeister Bayern München passieren lassen und der FC Schalke übernimmt dank eines Arbeitssieges gegen Frankfurt den dritten Platz vom VfL Wolfsburg. Die Mittwochspartien im Überblick:

Borussia Mönchengladbach – FC Augsburg 4:2 (4:0)

Fünf Spiele, fünf Niederlagen und gerade mal zwei magere Törchen: Bisher las sich die Saisonstatistik von Borussia Mönchengladbach so ernüchternd wie die Bilanz von Andorra in der EM-Qualifikation – mit der Ausnahme, dass Andorra schon drei Tore auf dem Konto hat. Und dann geschah etwas, was viele Gladbach-Fans wohl noch immer nicht recht begreifen: Am Sonntag verließ Lucien Favre halsüberkopf den Verein und drei Tage später fegt sein Ex-Team wie befreit den FC Augsburg mit 4:2 (4:0) vom Platz. Eine trotzige Reaktion der Mannschaft auf Favres Adieu oder einfach nur das überfällige Lebenszeichen einer psychisch blockierten, aber eigentlich spielstarken Elf? Wir wissen es nicht. Fest steht: Mönchengladbach meldete sich eindrucksvoll zurück.

Im Spiel gegen Europa-League-Teilnehmer Augsburg war die Borussia vom Niederrhein nicht wiederzuerkennen: Kombinationsstark, konzentriert und vor allem treffsicher präsentierte sich die Elf von Interimscoach André Schubert vor einem zunehmend begeisterten Publikum im Borussia Park. Fabian Johnson nutzt eine erste Schlafmützigkeit der Augsburger Abwehr zur frühen Führung (5.). Kurz danach erhöhte die Borussia den Druck auf den FCA noch und wie selbstverständlich erhöhten Granit Xhaka per Kopf (17.) und Lars Stindl mit einem sehenswerten Schuss (20.) auf 3:0. Doch damit nicht genug: Nur eine Minute später führte der junge Mahmoud Dahoud mit einem Präzisionsschuss ins lange Eck den FCA regelrecht vor (21). Nach der Pause verkürzte Augsburg dank zweier verwandelter Foulelfmeter, von denen der zweite fragwürdig war, durch Paul Verhaegh auf 2:4 (52. und 75.), doch die Borussia durfte am Ende dank einer starken Anfangsphase jubeln.

TSG 1899 Hoffenheim – Borussia Dortmund 1:1 (1:0)

In einer zähen Partie hatte lange Borussia Dortmund optisches Übergewicht, doch es war die TSG, die kurz vor der Halbzeit plötzlich ein Ausrufezeichen setzte: Eduardo Vargas spielte steil in den Rücken der unorganisierten BVB-Abwehr, wo Marcel Schmelzer Sebstian Rudy nur noch hinterhersehen konnte, wie dieser präzise in den langen Winkel einnetzte (42.).

Duell im Spiel Hoffenheim vs Borussia Dortmund (Foto: DANIEL ROLAND/AFP/Getty Images)

Aubameyangs (l.) Treffer reicht dem BVB bei der TSG 1899 Hoffenheim nicht - am Ende steht es 1:1

Nach der Pause traf Vargas zunächst den Pfosten, ehe Dortmund plötzlich antwortete: Gonzalo Castro legte einen langen Ball sehenswert per Brust auf Pierre-Emerick Aubameyangab, der mühelos zum Ausgleich einschob (55.). Doch die große Offensive der Borussia aus Dortmund blieb aus: Weil Hoffenheim geschickt verteidigte, ließ der BVB zum ersten Mal in dieser Spielzeit Punkte liegen und verlor die Tabellenführung an München. "Wir brauchen das jetzt nicht dramatisieren, aber es hat uns etwas gefehlt. Wir sollten uns jetzt aber nicht fühlen, als hätten wir verloren. Denn das haben wir nicht", kommentenierte Trainer Thomas Tuchel den ersten Punktverlust seines Teams nach elf Pflichtspielsiegen.

Hannover 96 – VfB Stuttgart 1:3 (1:2)

Aufbruchsstimmung in Stuttgart: Der VfB hat sich nach fünf Pleiten zum Saisonauftakt den ersten Dreier gesichert. Im Kellerduell bei Hannover 96 zeigten die Stuttgarter echte Comeback-Qualitäten: Nachdem Kenan Karaman (14.) 96 in Führung schoss, drehte der VfB plötzlich auf. Der Gegentreffer wirkte wie ein Stachel im Fleisch der Stuttgarter Elf, die wütend reagierte und durch Kapitän Christian Gentner (16.) sowie Timo Werner (18.) der Partie eine völlig neue Wendung gab.

Nach der Pause blieb Stuttgart effektiv und machte in Person von Alexandru Maxim (90.) den Sack zu. Beeindruckend diese Statistik: Der VfB benötigte für die drei Tore nur drei Chancen. Vor knapp 37.000 Zuschauern ließ 96 dagegen echte Gegenwehr vermissen und steht nun verdient auf dem letzten Rang der Tabelle.

Bayer Leverkusen – FSV Mainz 05 1:0 (0:0)

Lange mussten die Fans in der mal wieder nicht ausverkauften Leverkusener Arena auf ein echtes Highlight in dieser Partie warten, lange boten beide Teams nur Durchschnittsware an. Leverkusen mühte sich, hatte auch mehr Spielanteile und mehr Ballbesitz - wirklich zwingende Torchancen erarbeitete sich die Werkself aber nicht. Es bedurfte dann eines abgefälschten Schusses von Javier "Chicharito" Hernandez, dessen Ball von Hakan Calhanoglu ins Tor gelenkt wurde (69.).

Leverkusen schaukelte den Sieg anschließend gegen insgesamt harmlose Mainzer sicher nachhause. "Chicharito" sicherte mit seinem ersten Bundesliga-Tor den ersten Bayer-Sieg nach drei Niederlagen und insgesamt 410 Liga-Minuten ohne Tor.

FC Schalke 04 – Eintracht Frankfurt 2:0 (0:0)

Schalke arbeitet sich nach oben: Die Königsblauen schossen sich mit dem dritten Sieg in Folge auf Platz drei der Tabelle vor. Dank eines lange zwar nicht überzeugenden, am Ende aber verdienten 1:0-Sieges gegen Eintracht Frankfurt stehen die Schalker nun auf einem Champions-League-Platz. Schalke-Trainer André Breitenreiter hatte kräftig rotiert und sein Team auf vier Positionen verändert - und das sah man auf dem Rasen. Schalke bemühte sich zwar um die Kontrolle des Spiels, tat sich aber lange Zeit schwer.

Duell im Spiel FC Schalke 04 vs Eintracht Frankfurt (Foto: Getty)

Schalke startet spät, gewinnt dann aber verdient gegen Frankfurt. Die Belohnung: Platz drei der Tabelle.

Erst in der zweiten Hälfte ergaben siche für Schalke Räume und die Gastgeber nutzten diese dann auch zu zwei Toren: Mit seinem Kopfball-Tor in der 76. Minute brachte Joel Matip den Revierclub gegen Eintracht Frankfurt in Führung, der eingewechselte Leroy Sané machte den verdienten 2:0 (0:0)-Sieg in der Nachspielzeit perfekt. Die Frankfurter warten nun bereits seit mehr als 16 Jahren auf einen Sieg in Gelsenkirchen.

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