Mönchengladbach gegen BVB: Glück, Kampf und Sieg | Sport | DW | 24.09.2021
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6. Spieltag

Mönchengladbach gegen BVB: Glück, Kampf und Sieg

Nach dem Erfolg im Bundesliga-Topspiel gegen Ex-Trainer Marco Rose und Borussia Dortmund feiern die Fans von Borussia Mönchengladbach, als seien sie Meister geworden. Aber es war auch eine gute Portion Glück im Spiel.

Der Trainer blickte aus seiner Coaching-Zone auf den Platz, und was sich ihm dort bot, konnte Adi Hütter mit gewissem Wohlgefallen betrachten. Der Coach von Borussia Mönchengladbach hat wahrlich schwere Wochen hinter sich. Wenig überraschend waren die meisten der 25.000 Fans im Borussia-Park auf seiner Seite, als es galt, den ersten wichtigen Sieg der neuen Saison zu feiern - ausgerechnet gegen Borussia Dortmund am 6. Spieltag. 

Auf der anderen Seite wird man anführen können, dass der von Zuschauern in unfreundlicher Verärgerung an alter Wirkungsstätte empfangene BVB-Coach Marco Rose das Glück an diesem Abend nicht auf seiner Seite hatte. Es ging eigentlich schon vor dem Spiel los, und dass das in Mönchengladbach kein harmonischer Spätsommerabend werden würde, das wußte Rose ohnehin. Nein, das Glück verließ ihn auch in persona der angeschlagenen Leistungsträger Marco Reus und Erling Haaland, die nicht auflaufen konnten. Dass die nominellen Offensivkräfte Donyell Malen und Yousouffa Moukoko in der ersten Hälfte nur wenige Ballkontakte hatten, quittierte Rose mit deren Auswechslung. Doch da war das Glück schon noch ein bisschen mehr verschwunden. 

Zakaria rangelte sich durch

Und zwar in Spielminute 37., als sich der Gladbach Denis Zakaria einmal aus dem insgesamt intensiven Mittelfeld-Gerangel durchrangelte und dann den Ball im Tor von Gregor Kobel im BVB-Tor unterbrachte. Glücklich, konnte man sagen - und zugleich den etwas abgegriffenen Spruch vom Glück der Tüchtigen bemühen. Denn das war den Mönchengladbachern an dem Abend nicht abzusprechen. 

Fußball Bundesliga 2021 I Borussia Mönchengladbach - Borussia Dortmund

Spielentscheidend? Die rote Karte gegen Mahmoud Dahoud

Doch wenn man noch einen weiteren Augenblick die Glücklosigkeit aus BVB-Sicht bemühen wollte, dann war die strenge gelb-rot Entscheidung von Referee Deniz Aytekin gegen den Dortmunder Mahmoud Dahoud nach dessen abschätziger Geste drei Minuten nach dem Führungstreffer ein durchaus spielentscheidender Faktor. Bei einer derart intensiv geführten Partie - Mats Hummels schüttelte nach einem überharten Tackling von Embolo genervt den Kopf - ist ein Mann weniger eben nicht nur ein Mann weniger. 

Drei Punkte haben es in sich

Der Schiedsrichter erklärte seine Entscheidung hinterher ausführlich: "Man kann durchaus sagen, dass sie einzeln betrachtet zu hart ist, allerdings ging es mir um etwas Anderes. Wir hatten wenige Minuten zuvor eine Szene, wo Guerrero abwinkt. Ich habe dann unmissverständlich erklärt, dass ich dieses Verhalten auf dem Platz nicht möchte. Wir haben auch ein Mindestmaß an Respekt verdient für eindeutige Fouls." BVB-Coach Rose, der aber vergleichsweise wenig haderte, entgegnete: "Ich gucke es mir die nächsten Wochen an. Der Grundsatz ist richtig und da müssen wir Trainer und Spieler uns in die Pflicht nehmen. Aber einen Spieler auszusuchen und ein Zeichen setzten zu wollen - entweder alle oder keiner."

Frühere Sportskameraden umarmt

In der zweiten Hälfte waren es zunehmend die Fohlen, die noch Chancen auf einen Treffer erspielten, nun, eher erkämpften. Rose wird mit dem 0:1 an alter Wirkungsstätte leben können, lief die Saison doch bislang nicht so schlecht. Nach dem Abpfiff umarmte er frühere Gladbacher Sportskameraden. Für seinen dortigen Amtskollegen Adi Hütter, der über die Grenzen von Frankfurt ja bis nach Mönchengladbach für seine Trainerqualitäten gerühmt wird, hat jenes Ergebnis aber befreiende Wirkung. Drei Punkte, die es in sich haben. Mit oder ohne Glück.

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