Lufthansa will Flugbegleiter-Streik verhindern | Aktuell Deutschland | DW | 05.11.2019
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Lufthansa-Streik

Lufthansa will Flugbegleiter-Streik verhindern

Vor dem Streik der Flugbegleiter zieht Lufthansa alle Register und lädt die Spitzenvertreter der Gewerkschaften zu einem Krisengespräch ein. Gleichzeitig will die Fluggesellschaft den Streik juristisch stoppen lassen.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr sucht vor dem geplanten 48-Stunden-Streik der Flugbegleiter das Gespräch mit den Gewerkschaften. Spitzenvertreter der Flugbegleitergewerkschaft UFO, die für Donnerstag und Freitag zum Ausstand aufrief, sowie der anderen beiden vertretenen Gewerkschaften Verdi und Cabin Union (CU) seien für Mittwochabend zu einem Gespräch mit Spohr eingeladen, teilte Lufthansa mit. Die verfahrene Situation in der Kabine sei weder den Mitarbeitern noch den Kunden länger zumutbar. "Eine Lösung kann nur im Dialog liegen", erklärte Spohr.

Beim Arbeitsgericht Frankfurt beantragte die Fluggesellschaft außerdem eine einstweilige Verfügung, um den Streik mit juristischen Mitteln abzuwenden. Das Gericht muss nun prüfen, ob die Gewerkschaft UFO mit ihrem für Donnerstag und Freitag angekündigten Arbeitskampf legale tarifliche Ziele verfolgt. 

Lange Funkstille

Am Montag hatte UFO ein seit Monaten erstmaliges Gesprächsangebot der Lufthansa noch als "Finte für die Öffentlichkeit" abgelehnt. Die Lufthansa ist der Ansicht, der nur noch aus zwei Personen bestehende Vorstand der Gewerkschaft sei nicht satzungsgemäß ins Amt gekommen und deshalb nicht vertretungsberechtigt. Die Fluggesellschaft hatte Verhandlungen ab dem 15. Februar vorgeschlagen, wenn der neu zu wählende UFO-Vorstand im Amt ist. Zuvor könne es aber "prozessuale Sondierungen zur Vorbereitung dieses Termins geben".

Deutschland Streik Ufo-Flugbegleiter | Flughafen Düsseldorf (picture-alliance/dpa/F. Gentsch)

Lange Schlangen, lange Gesichter - in Düsseldorf gestrandete Fluggäste bei einem Streik im Oktober

Die UFO fordert für die 21.000 Lufthansa-Flugbegleiter höhere Spesen und Zulagen sowie einen leichteren Zugang für Saisonkräfte in die regulären Anstellungsverhältnisse. Zusätzlich geht es noch um die Frage, ob die Gewerkschaft überhaupt noch Tarifverträge für das Kabinenpersonal durchsetzen kann. 

Betroffene können kostenfrei umbuchen

Für die geplanten Streiktage will die Lufthansa bis Mittwoch einen Sonderflugplan veröffentlichen. Zusätzlich bietet sie ihren Kunden umfassende und kostenfreie Umbuchungsmöglichkeiten. Wer ein Ticket für Donnerstag oder Freitag hat, kann dieses innerhalb der nächsten zehn Tagen einmalig auf einen Flug der Lufthansa Group umbuchen. Innerdeutsche Flüge können auch in Bahntickets umgewandelt werden. Zweitrangig ist dabei, ob der ursprünglich gebuchte Flug tatsächlich ausfällt.

Nach eigenen Angaben bietet die Lufthansa Group täglich 1540 Verbindungen an. Davon entfallen 580 Abflüge auf Deutschland und wiederum 380 auf die Kernmarke Lufthansa. Die Streikdrohung der Gewerkschaft umfasst bislang nur die Abflüge aus Deutschland. Eine Ausweitung hat die Gewerkschaft bereits angedroht.

jp/ie/gri (dpa, rtr)