Lufthansa-Flugbegleiter streiken noch bis in die Nacht | Aktuell Europa | DW | 08.11.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Tarifkonflikt

Lufthansa-Flugbegleiter streiken noch bis in die Nacht

Zwei Tage lang haben Lufthansa-Flugbegleiter gestreikt. Auch heute sind hunderte Flüge ausgefallen. Und es ist noch nicht geschafft: Auch nach Streikende am Samstag wird es dauern, bis sich der Flugverkehr normalisiert.

Lufthansa Streik der Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO (picture-alliance/dpa/M. Balk)

UFO-Gewerkschafter streiken am Münchener Flughafen

Wegen der Streiks der Flugbegleiter hat die Lufthansa mehr Flüge absagen müssen als zunächst erwartet. Wegen der Arbeitsniederlegungen der Gewerkschaft UFO am Donnerstag und Freitag seien insgesamt 1500 Flüge annulliert worden, teilte Lufthansa in Frankfurt mit. 200.000 Menschen seien betroffen gewesen. Zuvor hatte die Lufthansa erklärt, die Streiks an den beiden Tagen hätten 1300 Flugstreichungen verursacht und 180.000 Menschen betroffen. 

Besonders stark traf es vor allem die beiden Lufthansa-Drehkreuze Frankfurt und München, weil nur die Kernmarke Lufthansa bestreikt wurde. An kleineren Flughäfen ist die Airline meist nur mit Zubringerflügen präsent, sodass hier nur wenige Flüge gestrichen werden mussten. Die Airline aktivierte einen Sonderflugplan und bat die Passagiere, sich über ihren Flugstatus zu informieren.

An diesem Samstag solle der Flugbetrieb wieder "weitestgehend planmäßig" stattfinden, erklärte die Airline weiter. Dennoch könne es wegen der Streiks bei der Lufthansa-Kerngesellschaft noch zu "vereinzelten Flugausfällen oder Verspätungen kommen". Betroffene Fluggäste würden informiert. Zudem bot Lufthansa kostenlose Umbuchungen für Passagiere an, die am Donnerstag und Freitag in Frankfurt oder München von den Streiks betroffen waren. 

Lufthansa Streik der Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO (picture-alliance/dpa/M. Balk)

Trotz Annullierungen: 2400 von 3000 geplanten Flügen sollen stattfinden

Das Kabinenpersonal hatte am Donnerstag die Arbeit niedergelegt, um den Arbeitgeber in Gespräche über höhere Spesen und Zulagen, sowie besseren Zugang für Saisonkräfte zu zwingen. Unterstützt werden die rund 21.000 Flugbegleiter von der Gewerkschaft UFO. Diese hatte am ersten Streiktag einer Schlichtung mit der Lufthansa zugestimmt und sich bereit erklärt, vorerst keine Ausweitung der Streiks zu planen. Jedoch hat sich die UFO auch nicht von der Fortsetzung des Streiks abhalten lassen.

Beide Parteien haben Sondierungsgespräche für das Wochenende geplant. Für diese Gespräche haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart, um inhaltlich voranzukommen. Lufthansa hatte seit Monaten dem UFO-Vorstand die Vertretungsberechtigung abgesprochen und jegliche Verhandlungen abgelehnt. Man hoffe auf eine Annäherung, hatte der UFO-Sprecher Nicoley Baublies erklärt. "Wenn's nicht klappt, müssen wir verkünden, dass es weitere Streiks gibt."

Streiks drohen auch bei Lufthansa-Töchtern 

Die Flugbegleitergewerkschaft droht erneut damit, ihre Streiks auch auf andere Lufthansa-Gesellschaften auszuweiten. Der Sprecher betont, dass für die Schlichtung des Tarifkonflikts eine "völlige Kehrtwende" in den für das Wochenende angesetzten Gesprächen geben müsse. Sollte es zu keiner Einigung zwischen beiden Seiten kommen, werde die UFO weitere massive Ausweitungen des Streiks verkünden, auch auf die Lufthansa-Töchter. 

Lufthansa hatte bereits freiwillig eine Lohnerhöhung um 2,0 Prozent umgesetzt. In dem gesamten Konflikt geht es aber hauptsächlich um die Frage, ob die UFO überhaupt noch Tarifverträge für das Kabinenpersonal durchsetzen kann.

jp/stu  (afp, dpa)