Lotterie ″El Gordo″ beglückt die Spanier | Aktuell Europa | DW | 22.12.2017
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Glück

Lotterie "El Gordo" beglückt die Spanier

Mit "El Gordo", dem "Dicken", kann in Spanien zur Festzeit nicht einmal der Weihnachtsmann konkurrieren. Die traditionsreiche Lotterie verteilte im ganzen Land knapp 2,4 Milliarden Euro.

Bei der berühmten Lotterie, deren offizieller Name "Sorteo de Navidad" ist, werden die Gewinner aus zwei Lostrommeln gezogen: einer großen mit 100.000 Holzkugeln mit Losnummern von 00000 bis 99999 und einer kleineren mit den einzelnen Gewinnklassen. Hauptlos war die Zahl 71198, Hauptgewinn sind vier Millionen Euro. "El Gordo" wird aber 160 mal ausgezahlt, da jede Losnummer auch 160 mal verkauft wird.

520 Millionen für Dorf in Galicien

Besonders viele Glückspilze gab es in diesem Jahr in der Gemeinde Vilalba in Galicien. Der Gesamtgewinn belief sich dort nach Angaben der staatlichen Lotteriegesellschaft LAE auf 520 Millionen - so viel wie nirgendwo sonst in Spanien. Doch nicht nur in Galicien wurde zwei Tage vor Heiligabend vorzeitige Bescherung gefeiert. Die 1812 ins Leben gerufene Tombola der Welt, die nicht einmal während des Bürgerkriegs zwischen 1936 und 1939 ausfiel, beglückte erneut praktisch alle Regionen Spaniens. Die Sektkorken knallten überall. 

In der Regel kaufen die meisten Spanier keine ganzen Lose, sondern geben sich mit Zehntellosen für je 20 Euro zufrieden, so dass immer Dutzende in den Genuss des Haupt- und anderer Gewinne kommen. Tippgemeinschaften werden von Bürokollegen, Kneipenfreunden, Nachbarn und auch von ganzen Dörfern gebildet.

Größte Lotterie der Welt

Die "Lotería de Navidad" gilt nicht nur als die älteste, sondern - gemessen an der ausgespielten Gesamtsumme - auch als die größte der Welt. Ein Millionenpublikum verfolgte die knapp vierstündige Ziehung der Glückszahlen im Madrider Opernhaus Teatro Real wie seit 1962 auch diesmal in Kneipen, Cafés, Büros und daheim live vor den TV-Schirmen.

Neben dem Hauptgewinn wurden zahlreiche größere und kleinere Preise ausgelost. Obwohl die Chancen, den "Gordo" zu erwischen, bei eins zu 100.000 liegen, nahmen nach einer Umfrage erneut fast 80 Prozent aller erwachsenen Spanier an der Lotterie teil. Sie gaben diesmal im Schnitt 66 Euro aus.

Auch immer mehr deutsche Tipper machen mit, 150.000 sollen es laut Berichten in diesem Jahr gewesen sein. Vier von ihnen hätten das große Los gezogen, teilte das Unternehmen Lottoland mit. Sie hätten jeweils mit einem Zwanzigstel-Los für 19,99 Euro ganze 200.000 Euro gewonnen. Woher die deutschen Gewinner stammen, wurde nicht bekanntgegeben.

Auch Finanzamt ist Gewinner

Alle hoffen auf den großen Geldsegen. Als größter Gewinner der Weihnachtslotterie stand aber schon vor der Ziehung das Finanzamt fest. Der Staat kassiert nämlich 30 Prozent der Verkaufserlöse. Und für jeden Preis über 2500 Euro müssen seit 2013 auch knapp 20 Prozent als Steuern abgeführt werden.

cr/ie (dpa, afp)