London will europäische Marinemission im Persischen Golf | Aktuell Welt | DW | 22.07.2019
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Iran-Konflikt

London will europäische Marinemission im Persischen Golf

Großbritannien steht in der Tanker-Krise massiv unter Druck. Außenminister Jeremy Hunt versucht jetzt einen Befreiungsschlag. Er bringt eine europäische Schutzmission für die Schifffahrt im Persischen Golf ins Gespräch.

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Neue Eskalation: Iran stoppt britischen Öltanker

Außenminister Jeremy Hunt betonte nach einer Dringlichkeitssitzung des Krisenkabinetts in London, Großbritannien werde versuchen, eine europäisch geführte Seeschutzmission zusammenzustellen, um eine sichere Passage sowohl der Besatzungen als auch der Ladungen durch den Persischen Golf und die Meerenge von Hormus zu gewährleisten. "Die Freiheit der Schifffahrt ist ein essentielles Interesse jeder Nation". Er habe in den vergangenen 48 Stunden zu einer solchen Mission konstruktive Gespräche mit einer Reihe von Ländern geführt. Es müsse noch diskutiert werden, wie eine solche maritime Mission entsprechende US-Pläne ergänzen würde.

Pläne laut Hunt unabhängig von US-Vorgehen gegen Iran

Die Planungen seien "kein Teil der Politik des Drucks der USA auf den Iran", betonte Hunt. Sein Land suche nach der Festsetzung des unter britischer Fahne fahrenden Tankers "Stena Impero" durch den Iran auch keine "Konfrontation" mit Teheran. Er betonte aber, dass nach dem Völkerrecht der Iran nicht  berechtigt gewesen sei, die Passage des Schiffes zu behindern,  geschweige denn an Bord zu gehen und die Besatzung festzuhalten. "Es war also ein Akt der Staatspiraterie."

Das Schiff war vom Iran beschlagnahmt worden, weil es gegen "internationale Schifffahrtsregeln" verstoßen haben und in einen Unfall mit einem Fischerboot verwickelt gewesen sein soll. London und auch die Crew bestreiten das.

Die Beschlagnahme der "Stena Impero" im Persischen Golf durch ein Kommando der Revolutionsgarden war am Freitag wenige Stunden nach einer Entscheidung des Obersten Gerichts von Gibraltar erfolgt, die Festsetzung des iranischen Öltankers "Grace 1" im Hafen der britischen Exklave Gibraltar um 30 Tage zu verlängern. Die britischen Behörden hatten den Tanker am 4. Juli im Mittelmeer unter dem Verdacht festgesetzt, dass er unter Verstoß gegen EU-Sanktionen Öl nach Syrien bringen wollte. Der Iran bestreitet dies und sieht das britische Vorgehen als illegal an.

Die Straße von Hormus ist das Nadelöhr für die weltweite Versorgung mit Rohöl. Rund ein Fünftel der globalen Erdöltransporte werden durch die Meerenge verschifft. 

qu/kle (afp, dpa, rtr)

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