Lockdown-Protest: Ausschreitungen in Den Haag | Aktuell Europa | DW | 22.06.2020
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Niederlande

Lockdown-Protest: Ausschreitungen in Den Haag

Vielleicht wäre es besser gewesen, der Bürgermeister von Den Haag hätte an seiner Entscheidung gegen die Kundgebung festgehalten. Denn am Ende blieb der Protest nicht friedlich. Die Behörden haben nun Schuldige benannt.

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Mit Wasserwerfer gegen Demonstranten

Die Demonstranten im Zentrum von Den Haag protestierten unter anderem gegen die Abstandsregel von 1,50 Metern. Viele von ihnen hielten sich an den Händen. Der Protest verlief nach Polizeiangaben zunächst friedlich, bis gewaltbereite Fußball-Hooligans am nahegelegenen Bahnhof Steine und Flaschen gegen die Beamten schleuderten. Eine Gruppe habe bewusst die Konfrontation
mit der Polizei gesucht, sagte der Vorsitzende der regionalen Sicherheitsinstanzen, Hubert Bruls, im niederländischen Radio.

Die Polizei versuchte nach eigener Darstellung die Demonstranten mit berittenen Beamten und Wasserwerfern auseinanderzutreiben. Zahlreiche Menschen, die trotz der Demonstrationsauflagen nicht gehen wollten, kesselte sie demnach ein. Rund 400 Menschen seien festgenommen worden, hieß es. Die meisten von ihnen kamen aber noch in der Nacht frei.

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Niederlande: Ausschreitungen bei Protesten gegen Corona-Auflagen

Bürgermeister Johan Remkes hatte die Demonstration zunächst verboten. Der Grund dafür waren nicht nur die geltenden Corona-Auflagen, wie die niederländische Nachrichtenagentur ANP meldete. Remkes habe bereits vorab Ausschreitungen befürchtet, da die Behörden Informationen erhalten hätten, dass "Unruhestifter" an der Demonstration teilnehmen wollten. Der Bürgermeister erlaubte dann aber doch eine zeitlich begrenzte Kundgebung.

Weniger strikt

Die niederländischen Corona-Restriktionen waren weniger strikt als in anderen europäischen Staaten und wurden zudem großteils bereits gelockert. Seit Anfang Juni dürfen Restaurants, Cafés, Kinos und Museen wieder öffnen. Nach offiziellen Angaben gibt es in den Niederlanden fast 50.000 Infektionen mit dem Coronavirus und rund 6100 Todesfälle.

ml/wa (afp)

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