Literatur-Nobelpreisträger V.S. Naipaul gestorben | Kultur | DW | 11.08.2018
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Literatur

Literatur-Nobelpreisträger V.S. Naipaul gestorben

Von Trinidad in die Welt: V.S. Naipaul schilderte, wie der Kolonialismus seine Heimat prägte. Er kritisierte den Islam oder das Chaos afrikanischer Regime. Jetzt ist der Literatur-Nobelpreisträger mit 85 gestorben.

UK V.S. Naipaul (imago/Leemage/L. Cendamo)

Eine der letzten Aufnahmen: Naipaul im Januar 2017

Als der britische Autor V.S. Naipaul im Jahr 2001 den Literatur-Nobelpreis erhielt, bezeichnete ihn die Königlich Schwedische Akademie als "literarischen Weltumsegler". Seine Themen, so beschrieb das die Frankfurter Allgemeine Zeitung in jenem Jahr, waren Rassenfragen, postkoloniale Probleme und "die Entwurzelung und Verlogenheit des Menschen".

Vidiadhar Surajprasad Naipaul, wie der Name des Schriftsteller im Ganzen lautet, wurde 1932 in Chaguanas in der Nähe von Port of Spain auf Trinidad geboren. Im Alter von 18 Jahren verließ er die Antillen, um nach England zu gehen. An der renommierten Oxford University studierte er englische Literatur, woe er seine erste Ehefrau Patricia Hale kennenlernte. Nach dem literarischen Durchbruch schaffte er es bis ins britische Kultur-Establishment. 1989 wurde er von Königin Elizabeth II. zum Ritter geschlagen.

"Sag mir, wer mein Feind ist"

Seine Reiseerfahrungen und die Recherchen über die Zeit nach dem Kolonialismus hielt Naipaul in Romanen und Novellen fest. Zu seinen bekannteren Werken gehören "Ein Haus für Mr. Biswas", "An der Biegung des Großen Flusses" oder "Sag mir, wer mein Feind ist". Jener Roman bedeutet 1971 seinen ersten großen Erfolg. Später wandte er sich gegen Chaos und Gewaltherrschaft afrikanischer Regime - und gegen den Islam. Kritiker wandten gegen Naipaul ein, er habe zu große Distanz zur Dritten Welt. In einer Biographie aus dem Jahr 2008 ("Das Rätsel der Ankunft" von Patrick French) wurde Naipaul als jemand beschrieben, der seine literarische Karriere rücksichtslos vorantrieb. 

"Er war ein Riese"

Naipaul war nach dem Tod von Patricia in zweiter Ehe verheiratet. Der 85-Jährige sei friedlich in seinem Haus in London gestorben, teilte seine Frau der Nachrichtenagentur PA mit. "Er war ein Riese in allem, was er erreicht hat, und er starb in Kreis seiner geliebten Menschen, nachdem er ein Leben voll wunderbarer Kreativität und Streben gelebt hatte", heißt es in einer Erklärung von Lady Nadira Naipaul.

ml/cgn (dpa, FAZ)

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