Libyen im Wahljahr: Vertrauen in Demokratie aufbauen | Nahost/Nordafrika | DW | 04.06.2018
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Nahost/Nordafrika

Libyen im Wahljahr: Vertrauen in Demokratie aufbauen

In Libyen ist 2018 ein Wahljahr. Die Bürger vieler Gemeinden sind aufgerufen, ihre Gemeinderäte zu wählen. Die DW Akademie unterstützt Politiker und Journalisten mit Kommunikationstrainings.

DW Akademie Projekt in Libyen (DW Akademie/E. Zaarour)

Vertreter der EU Delegation in Libyen, des libyischen Zentralkomitee für Kommunalratswahlen und der DW Akademie

Die Stadt Zawiyah hat am 12. Mai den Anfang gemacht: Sie war die erste von fast 100 Städten und Gemeinden, die in Libyen in diesem Jahr ihre Räte neu wählen. Die Wahl verlief friedlich, aber mit geringer Beteiligung. Der nächste Aufruf zur Abstimmung erfolgt in Bani Walid kurz nach dem Ramadan.

Viele der Gemeinderäte wurden für eine Amtszeit von vier Jahren gewählt, hauptsächlich in den Jahren 2013 und 2014. Nun laufen die Mandate aus. Einige der Städte und Gemeinden hatten dagegen noch nie einen Rat. Libyens Zentralkomitee für Kommunalratswahlen (CCMCE) versucht mit Unterstützung der DW Akademie und der EU-Delegation in Libyen das Bewusstsein dafür zu schärfen, wie Dezentralisierung und lokale Mitbestimmung durch demokratisch gewählte Vertreter den Bürgern zugutekommen können.

Interviewtraining vor Mikrofonen und Kameras

In einem dreitägigen Training der DW Akademie wurden neun CCMCE-Mitglieder geschult, um Interviews vor Mikrofonen und Kameras zu geben. Eine der Übungen: Planung und Durchführung einer Pressekonferenz unter der Leitung eines neutralen Moderators. Wie kann man auf aggressive oder kritische Fragen von Journalisten reagieren und sie beantworten? Warum sollte man eigene Fehler, zum Beispiel im Fall von Wahlbetrug, nicht leugnen? Warum ist es wichtig, gute Beziehungen zur Presse aufzubauen? Die Trainingsbedingungen waren während des Ramadan außergewöhnlich hart. Trotzdem haben die CCMCE-Mitglieder bis in die Abendstunden gearbeitet, um so viel wie möglich vom Workshop zu profitieren.

"In Zukunft kann ich besser mit der Presse umgehen. Das haben wir trotz des Fastens geschafft", sagt Seddik Abujrida, Leiter der CCMCE-Trainingsabteilung. "Wir haben sehr davon profitiert. Die Trainer haben uns auf Dinge aufmerksam gemacht, die ich in der Vergangenheit nicht beachtet habe, vor allem in Bezug auf Körpersprache und Mimik. Und wir haben gelernt, eine starke Botschaft mit bildhafter Sprache und konkreten Beispielen zu vermitteln."

Weitere Pläne in einem dreijährigen Projekt

Nach diesem ersten Training diskutieren DW Akademie, CCMCE und Vertreter der EU-Delegation in Libyen über Workshops zur Fortsetzung ihrer neuen Zusammenarbeit. Die geplanten Themen reichen von Krisenkommunikation über Pressemitteilungen, Erstellung eines Medienaktionsplans und PR, Social Media oder mobiler Veranstaltungsberichterstattung bis hin zu einem "Train the Trainer"-Seminar für die CCMCE-Wahltrainer.

Die Aktivitäten sind Teil des dreijährigen Projekts "Medien in Libyen - Stabilität durch Versöhnung", das von der Europäischen Union finanziert wird. Workshops für Journalisten, die sich auf das Wissen über die Wahlen und die Arbeit an journalistischen Fähigkeiten und Ethik konzentrieren, sollen ebenfalls Teil des Projekts sein.

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