Libyen: Gegenregierung erobert Ölterminals | Aktuell Afrika | DW | 11.09.2016
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Aktuell Afrika

Libyen: Gegenregierung erobert Ölterminals

Mit einem Überraschungsangriff haben Truppen der libyschen Gegenregierung mehrere Ölterminals erobert. Für die von den UN eingesetzte Einheitsregierung sind die Angriffe ein Rückschlag im Kampf um Anerkennung.

Ölhafen von Ras Lanuf (Foto: Reuters/Esam Omran Al-Fetori )

Der Ölhafen von Ras Lanuf

Die Einheiten des einflussreichen General Chalifa Haftar hätten die Kontrolle über die Terminals in den Häfen Al-Sedra und Ras Lanuf an der zentralen Mittelmeerküste übernommen, sagte ein Sprecher der Streitkräfte der Gegenregierung im ostlybischen Tobruk. Kämpfe um die dritte Anlage in al-Zueitina seien noch im Gange. Die wichtigen Ölterminals werden von den Sicherheitskräften der Armeeeinheit Petroleum Facility Guardsge (PFG) gehalten, die teilweise wie eine Miliz agieren und mit der international faktisch anerkannten Einheitsregierung in Tripolis verbündet sind.

Rückschlag für Einheitsregierung

Der Angriff ist ein Rückschlag für die international anerkannte Einheitsregierung mit Sitz in der Hauptstadt Tripolis. Ein Sprecher der Sicherheitskräfte der Ölanlage bestätigte, dass es am Morgen einen Angriff mit Flugzeugen und Artillerie gegeben habe, doch sei es den Angreifern nicht gelungen, die Kontrolle über die gesamten Hafenanlagen zu gewinnen. Der UN-Sondergesandte für Libyen, Martin Kobler, äußerte sich "besorgt" über die Kämpfe, die die Gräben im Land weiter vertiefen würden. In der weitreichenden Anarchie des ölreichen Libyen bedeutet die Kontrolle über den Rohstoff Macht und Geld.

General Khalifa Haftar (Foto: picture alliance/dpa/M. Elshaiky)

General Khalifa Haftar

General Haftar genießt die Unterstützung einiger arabischer Staaten, darunter Ägypten, die Vereinigte Arabische Emirate und Jordanien, aber auch anderer Staaten im Westen. Von vielen wird er als Hindernis auf dem Weg zum Frieden angesehen, weil er und das mit ihm verbundene ostlibysche Gegenparlament die von den Vereinten Nationen unterstützte Einheitsregierung in Tripolis nicht anerkennen.

Ringen um Anerkennung im ganzen Land

Die Einheitsregierung, die im März unter Vermittlung der Vereinten Nationen gebildet worden war, ringt darum, ihre Autorität im ganzen Land durchzusetzen. Westliche Staaten sehen in ihr die beste Chance, um das tief gespaltene Land zu einigen. Ihre Truppen konzentrieren sich auf den Kampf gegen die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS), doch ist es ihnen auch nach wochenlangen Kämpfen nicht gelungen, deren Hochburg Sirte ganz einzunehmen.

rk/sti (afp, ap, dpa)

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