Libanon - Feinkostladen Harb | Planet Berlin - der Weltreiseführer für Deutschlands lebendige Metropole | DW | 08.07.2019
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Planet Berlin

Libanon - Feinkostladen Harb

Adib Harb war der erste Libanese in Deutschland, der orientalische Spezialitäten in einem Feinkostladen verkaufte. In seinem Geschäft in Tiergarten finden sich neben Humus und Gewürzen auch Schachbretter und Geschirr.

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Planet Berlin: Feinkostgeschäft Harb

Als Adib Harb 1984 sein libanesisches Feinkostgeschäft in der trubeligen Potsdamer Straße eröffnete, hatten Hummus und Weinblätter, Tahini und Tabouleh die Gaumen der meisten Berliner noch nie berührt. "Wir waren das erste libanesische Feinkostgeschäft Deutschlands", erzählt Adib Harb. "Und wir haben echte Aufklärungsarbeit für libanesische Speisen geleistet." Ein Großteil der Waren wurde unverpackt angeboten - aus praktischen Gründen, weil die Gewürze, Trocken- und Hülsenfrüchte in großen Säcken geliefert wurden.

Ohne es zu wissen, war Adib Harb damit schon in den 1980er Jahren seiner Zeit voraus. "Wir mussten viel selber bauen: die Behälter für die Waren, die Schippen zum Portionieren", erklärt Adib Harb. Dabei sitzt er auf einem großen Chefsessel im hinteren Teil des Ladens, legt beim Reden die Hände ineinander. Aber wenn er vom Libanon redet, wo man unten an der Küste im Meer baden kann und oben auf den Bergen Ski fahren, werden seine Handbewegungen ausladend. Und der Wein erst. "Der Libanon ist eines der ältesten Weinanbaugebiete der Welt", erläutert Adib Harb.

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Treffpunkt bei Harb

Als Adib Harb 1967 in West-Berlin ankam, fühlte er sich sofort wohl. Die Größe der Stadt gefiel ihm, auch wenn sie damals noch nicht so international war. Er machte seinen Abschluss in Volkswirtschaft, arbeitete auf Messen und flog immer mal wieder nach Beirut. Ursprünglich wollte Adib Harb Großhändler mit frischen Waren aus dem Libanon beliefern. Aber als sich das herumsprach, fragten immer mehr Menschen auch nach kleineren Mengen. Als Adib Harb schließlich seinen Laden eröffnete, wurde er schnell zur Institution, vor allem bei der libanesischen Community.

"Das gab es in Berlin noch nicht. Deshalb hieß es oft: 'Wir treffen uns bei Harb'", erzählt er stolz. Heute zieht er sich langsam aus dem Geschäft zurück. Seine Kinder haben es übernommen, verkaufen jetzt die Pistazien und Gewürze, Schachbretter, Geschirr und Handwerkskunst. Doch trennen kann Adib Harb sich von seinem Laden nicht. Man kann ihn dort weiterhin fast jeden Tag antreffen. "Ich bin hier zu Hause", sagt er.

Autorin: Xenia Balzereit

HARB
Potsdamer Str. 93
10785 Berlin-Tiergarten

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