Lesbos und die Flüchtlinge | Reporter - Vor Ort | DW | 16.12.2017
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Reporter

Lesbos und die Flüchtlinge

Die Insel kämpft mit weiter steigenden Flüchtlingszahlen. Die Zustände in den Flüchtlingslagern vor dem nahenden Kälteeinbruch sind katastrophal. Der Widerstand dagegen wächst - bei Migranten und in der Bevölkerung.

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Trotz des Abkommens mit der Türkei - auch heute noch kommen täglich Flüchtlinge auf Lesbos an. Einer von ihnen ist Ahmed al-Majeed. Der 27-Jährige führte in seiner Heimat Irak einen Buchladen, bis er vor den Kämpfern des so genannten Islamischen Staats nach Europa floh. Vor zwei Monaten erreichte er Lesbos, heute sagt er: "Wir Flüchtlinge werden hier behandelt wie Tiere, das ist einfach menschenunwürdig!" Das offizielle Flüchtlingslager ist völlig überbelegt, die hygienischen Verhältnisse spotten jeder Beschreibung. Doch auch in dem improvisierten Lager auf einer Wiese nebenan, wo Ahmed untergekommen ist, leiden die Menschen unter den schlechten Lebensbedingungen.

Die Einwohner von Lesbos sind aufgebracht, viele wollen nicht mehr hinnehmen, dass die Flüchtlinge auf der Insel bleiben, statt aufs Festland gebracht zu werden. Auch Stelios kann das nicht nachvollziehen, er ist Schäfer. Mehr als 40 seiner Tiere seien bereits von Flüchtlingen getötet worden, erzählt er, sie kämen nachts und auch Überwachungskameras seien da keine Hilfe. Selbst seine jahrhundertealten Olivenbäume blieben nicht verschont. Stelios und Ahmed sind sich einig: So kann es nicht weitergehen auf Lesbos.