Lange Haft für Mörder von Berta Cáceres | Aktuell Amerika | DW | 03.12.2019
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Justiz

Lange Haft für Mörder von Berta Cáceres

Das mittelamerikanische Honduras zählt für Umweltschützer zu den unsichersten Ländern weltweit. Berta Cáceres bezahlte ihr Engagement 2016 mit dem Leben. Ihre Mörder müssen nun jahrzehntelang dafür büßen.

Berta Caceres (picture alliance/dpa/Goldman Environmental Prize)

Berta Cáceres war Koordinatorin des Rats der indigenen Völker Honduras' (COPINH)

Gut dreieinhalb Jahre nach der Ermordung der bekannten honduranischen Umweltschützerin Berta Cáceres sind vier Täter zu jeweils 50 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Drei Mittäter müssen für 30 Jahre in Haft, wie ein Gericht in der Hauptstadt Tegucigalpa entschied. Die Männer waren bereits vor einem Jahr für schuldig befunden worden, nun wurde das Strafmaß festgesetzt. Sie können das Urteil noch anfechten.

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Cáceres-Tochter fordert "vollumfänglich Gerechtigkeit"

Cáceres war im März 2016 in ihrem Haus in der Stadt La Esperanza im Westen des Landes erschossen worden. Ein mexikanischer Aktivist erlitt bei dem Angriff Verletzungen, was als Mordversuch gewertet wurde.

Kampf gegen "Agua Zarca"

Die Umweltschützerin setzte sich für die Rechte der Lenca-Indianer ein. So führte sie auch die Proteste der Ureinwohner gegen den Bau des Wasserkraftwerks "Agua Zarca" durch das Unternehmen Desarrollos Energéticos (Desa) an. Für ihr Engagement war die vierfache Mutter mit dem renommierten Goldman-Umweltpreis ausgezeichnet worden. Das UN-Umweltprogramm verlieh ihr posthum den Preis "Champion of the Earth".

Der Mord an Cáceres hatte international Empörung ausgelöst. Unter den Verurteilten sind neben den vier Auftragsmördern auch Desa-Manager Sergio Rodríguez und Desa-Sicherheitschef Douglas Bustillo als Drahtzieher. Dem inhaftierten Unternehmensboss David Castillo soll in einem gesonderten Verfahren der Prozess gemacht werden.  

Honduras Begräbnis von Berta Caceres (Reuters/J. Cabrera)

Große Anteilnahme bei der Beerdigung von Berta Cáceres 2016 in La Esperanza

Nach dem Anschlag hatte der deutsche Technologiekonzern Voith seine Lieferungen für das umstrittene "Agua Zarca"-Projekt eingestellt. Über ein Joint Venture sollten Voith und Siemens Turbinen, Generatoren und Automatisierungstechnik im Wert von rund acht Millionen Euro an Desa liefern.

wa/kle (dpa, ap, afp)

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