Landreform: Südafrika bestellt US-Diplomaten ein | Aktuell Afrika | DW | 24.08.2018
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Südafrika

Landreform: Südafrika bestellt US-Diplomaten ein

Nach einem Tweet von US-Präsident Donald Trump zur umstrittenen Landreform in Südafrika hat das dortige Außenministerium den Geschäftsträger der US-Botschaft einbestellt. Südafrika plant, weiße Farmer zu enteignen.

Südafrika Attacken auf weiße Farmer (Getty Images/AFP/G. Khan)

Droht ihm die Enteignung? Farmer Piet Swanepoel auf seinem Besitz in der Provinz Limpopo in Südafrika

Außenministerin Hon Lindiwe Sisulu wollte die Unzufriedenheit der Regierung und Bevölkerung über den "auf falschen Informationen basierenden Tweet" des US-Präsidenten zum Ausdruck bringen, hieß es in einer veröffentlichten Mitteilung des Ministeriums bei Facebook. Trumps Tweet sei durch südafrikanische Lobbyisten beeinflusst worden, welche die Landreform zum Scheitern bringen wollten, hieß es vom südafrikanischen Außenministerium. Der Geschäftsträger der US-Botschaft sei informiert worden, dass Pretoria "enttäuscht" über die unterlassene Nutzung vorhandener diplomatischer Kanäle sei.

Südafrika Außenministerin Lindiwe Nonceba Sisulu (Imago/Zumapress/L. Rampelotto)

Verbittet sich Trumps Einmischung: Südafrikas Außenministerin Lindiwe Nonceba Sisulu

Trump hatte sich per Twitter in die Debatte über die umstrittene Landreform in Südafrika eingemischt. Er habe Außenminister Mike Pompeo angewiesen, Enteignungen von Bauern und Beschlagnahmungen landwirtschaftlicher Betriebe sowie die "großangelegte Tötung von Farmern" in Südafrika genau zu beobachten, twitterte er.

Kurz zuvor hatte der konservative und Trump nahe stehende Sender Fox News einen Bericht über Enteignungen von weißen Landwirten ausgestrahlt. Moderator Tucker Carlson bezeichnete die mehrheitlich schwarze Regierung Südafrikas darin als "rassistisch".

Weiße dominieren Landwirtschaft

In Südafrika machen Weiße ungefähr 10 Prozent der Bevölkerung aus, aber knapp ein Vierteljahrhundert nach dem Ende des rassistischen Apartheid-Regimes gehört ihnen immer noch etwa 72 Prozent des landwirtschaftlich genutzten Landes. Schwarzen war der Landbesitz während der Apartheid-Jahre verboten.

Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, sagte, die Vereinigten Staaten seien der Ansicht, dass eine entschädigungslose Landbeschlagnahme in Südafrika das Land auf einen falschen Weg bringen würde.

cgn/as (dpa, rtre)

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