Landminen verletzen und töten Tausende | Aktuell Welt | DW | 21.11.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Bewaffnete Konflikte

Landminen verletzen und töten Tausende

Seit mehr als 20 Jahren sind Landminen offiziell verboten. Dennoch kommen jedes Jahr mehrere tausend Menschen bei Explosionen solcher Sprengsätze ums Leben - viele von ihnen sind Zivilisten.

Symbolbild Landminen Landminenkonferenz Minenfeld (Imago)

Tausende werden immer noch Opfer von unzähligen Landminen weltweit

Im Jahr 2018 wurden 3059 Menschen durch Minen und andere explosive Kriegsüberreste getötet, 3837 weitere zogen sich dadurch Verletzungen zu, wie die Internationale Kampagne für das Verbot von Landminen (ICBL) in einem Bericht mitteilte. Es handele sich überwiegend um Zivilisten, mehr als jeder zweite davon sei ein Kind. Bei einem Opfer sei unklar, ob es überlebt habe.

Im Jahr 1999 lag die Zahl der Gesamtopfer durch Landminen noch bei 9807 und nahm in den darauffolgenden Jahren ab. 2014 zählte die Organisation 3998 Tote und Verletzte. Erst wieder zwischen 2014 und 2016 stieg die Zahl der Opfer sehr stark an.

Trotz eines erneuten Rückgangs in den letzten zwei Jahren sei 2018 das vierte Jahr in Folge mit außergewöhnlich hohen Opferzahlen gewesen, hieß es in dem Bericht, den die Kampagne in der norwegischen Hauptstadt Oslo vorstellte. Dies hänge vor allem mit bewaffneten Konflikten und Gewaltherden in Ländern wie Afghanistan, Mali, Myanmar, Nigeria, Syrien und der Ukraine zusammen. Die Zahl der Opfer improvisierter Minen sei mit 3789 diesmal so hoch wie noch nie zuvor.

Dunkelziffer deutlich höher

Für ihren Beitrag zum Ottawa-Vertrag, der Herstellung, Lagerung, Einsatz und Weitergabe von Anti-Personen-Minen verbietet, war die Kampagne 1997 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Sie setzt sich aus Hunderten Organisationen in Dutzenden Ländern zusammen.

Video Still Ukraine Donbass Minenräumung (DW)

Fund bei einer Minenräumung im Osten der Ukraine

Die Unterzeichnerstaaten des Ottawa-Vertrags treffen sich in der kommenden Woche in Oslo, um die Lage im Kampf gegen Landminen zu überprüfen. Die Organisation Handicap International (HI) forderte die beteiligten Staaten auf, das humanitäre Völkerrecht durchzusetzen und Kriegsparteien dazu zu drängen, den Einsatz dieser Waffen zu beenden.

Die Organisation verwies darauf, dass die Dunkelziffer der Opferzahlen deutlich höher sei. "Unsere Arbeit gegen Landminen ist noch nicht beendet", erklärte die Leiterin der politischen Abteilung von HI Deutschland, Eva Maria Fischer. Landminen müssten vollständig von der Erde verbannt werden.

pgr/qu (dpa, epd)

Die Redaktion empfiehlt