Lage in Katastrophengebieten spitzt sich zu | Aktuell Afrika | DW | 20.03.2019
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Mosambik/Simbabwe/Malawi

Lage in Katastrophengebieten spitzt sich zu

Die Folgen von Tropensturm "Idai" im südlichen Afrika sind verheerend. Tausende von Wassermassen eingeschlossene Menschen warten auf Rettung. Helfer rechnen mit vielen weiteren Todesopfern. Und es regnet immer weiter.

Die Rettungskräfte versuchen mit Hochdruck, zu Opfern in abgelegenen Katastrophengebieten in Mosambik, Simbabwe und Malawi vorzudringen. Aus der Luft gleichen die betroffenen Regionen einer Insellandschaft, wie Helfer nach ersten Erkundungsflügen berichten.

Das ganze Ausmaß der Katastrophe sei immer noch nicht absehbar, da weite Landesteile knapp eine Woche nach dem Durchzug des Zykons noch von der Außenwelt abgeschnitten seien, sagte der Generalsekretär des Deutschen Roten Kreuzes, Christian Reuter, der Deutschen Presse-Agentur. "Es gibt also keine Entwarnung. Im Gegenteil: Wir befürchten eine Verschlechterung der Lage", so Reuter. Priorität habe die Wiederherstellung der Trinkwasserversorgung, um den Ausbruch von Durchfallerkrankungen wie Cholera durch verunreinigtes Wasser zu vermeiden.

Simbabwe Wirbelsturm «Idai» (Getty Images/AFP/Z. Auntony)

Wo die Wassermassen weichen, versinkt alles im Schlamm

Andauernde Regenfälle drohen die Hilfseinsätze weiter zu erschweren. Hilfsorganisationen rechnen mit drastisch steigenden Opferzahlen. Die Vereinten Nationen sprechen von der möglicherweise schlimmsten Wetterkatastrophe, die die südliche Hemisphäre bisher erlebt hat.

Breite Schneise der Verwüstung

Am heftigsten hat Zyklon "Idai" in Mosambik gewütet. Dort seien durch den Tropensturm mindestens 400.000 Menschen obdachlos geworden, teilte das Rote Kreuz mit. Insgesamt sind allein in Mosambik nach UN-Angaben 1,7 Millionen Menschen von den Auswirkungen des Zyklons betroffen. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF schätzt, dass 260.000 Kinder unmittelbar in Gefahr sind.

Simbabwe Wirbelsturm «Idai» (picture-alliance/dpa/T. Mukwazhi)

Suche nach Opfern

Mosambiks Präsident Filipe Nyusi hat den Notstand ausgerufen. Für drei Tage gilt Staatstrauer. Nyusi gab die Zahl der Toten zuletzt mit mehr als 200 an. Viele Menschen werden noch vermisst. Besonders hart getroffen wurde die Hafenstadt Beira. Dort seien nahezu 90 Prozent der Gebäude zerstört oder beschädigt, berichten Helfer.

Aus Simbabwe, wo in einigen Regionen ebenfalls der Notstand verhängt wurde, wurde bislang der Tod von knapp 100 Menschen bestätigt. In Malawi sind laut UN-Schätzungen rund 920.000 Menschen von den Folgen des Sturms betroffen.

Die Bundesregierung hat eine Million Euro Soforthilfe zur Verfügung gestellt, um den Opfern des Tropensturms zu helfen. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts sagte in Berlin, außerdem werde geprüft, ob auch Mittel aus den von Deutschland bereits aufgebrachten 4,3 Millionen Euro für humanitäre Hilfe im südlichen Afrika genutzt werden können.

Karte Zyklon Idai Mosambik v2 DE

Die Europäische Union sagte bereits am Dienstag Nothilfe von 3,5 Millionen Euro zu. Auch Großbritannien und die Vereinigten Arabischen Emirate kündigten Unterstützung an.

Mit einer Windgeschwindigkeit von bis zu 190 Stundenkilometern war der Tropensturm "Idai" am vergangenen Donnerstag nahe der Stadt Beira in Mosambik auf Land getroffen und anschließend über Malawi und Simbabwe gefegt.

qu/ww (dpa, rtr, afp, epd, kna)

 

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