Lachs und Avocado - Die dunkle Seite von Trend-Food | Nahaufnahme - Die aktuelle Reportage | DW | 26.08.2019
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Lachs und Avocado - Die dunkle Seite von Trend-Food

Lachs und Avocado sind bei Konsumenten beliebt, aber ein Trend mit Schattenseiten: Lachs wird mit Antibiotika in Aquakulturen hochgezüchtet und Avocados brauchen sehr viel Wasser.

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Der Lachs gehört eigentlich nicht in die Küstengewässer von Chile. Er ist auf der Nordhalbkugel heimisch, aber in Chile wächst er wunderbar zur Schlachtreife heran. Er ist vom Luxusprodukt in den 1980er-Jahren zum Trend-Food geworden. Ähnliches gilt für die Avocado, die bei Veganern, Vegetariern und der wachsenden Hipster-Gemeinde der Metropolen beliebt ist. Die Massenzucht von Lachs und Avocados hat Folgen.

Lachs in Chile erhält Antibiotika, damit der Fisch in den Aquakulturen gesund bleibt, bis zu 700-mal mehr als in Norwegen zum Beispiel, weil in Chile die Umweltgesetze so viel laxer sind. Und da die Lachse, eigentlich Raubfische, zu Vegetariern "erzogen" wurden, werden sie mit Soja gefüttert. Ein großer Teil des Soja-Anbaus findet in Brasilien in riesigen, immer mehr Land verschlingenden Agrar-Großbetrieben statt. Dazu kommt, dass die Soja-Pellets für das Lachs-Mästen mit gesundheitsschädlichen Mitteln behandelt werden, die in der EU und in den USA verboten sind.

In Mexiko werden mehr Avocados produziert als irgendwo sonst in der Welt. Niemals hätte José Gonzalez gedacht, dass Avocados sein Leben so dramatisch verändern würden. Seit 35 Jahren arbeitet er im Avocado-Geschäft und die steigende Nachfrage hat ihn zu einem wohlhabenden Mann gemacht. Und zu einem bedrohten. Nur noch mit schwer bewaffneten Bodyguards geht er auf seine Plantagen, sein Sohn wurde bereits entführt. Mexikos organisierte Kriminalität will mitmischen beim Geschäft mit dem "grünen Gold". Kartelle streiten im Bundesstaat Michoacan um die Macht. Der Kampf ist brutal, Hinrichtungen sind keine Seltenheit.

In Lateinamerika haben Globalisierung und der Boom von Lebensmitteln, die in den Industriegesellschaften zum Trend werden, nicht selten schwerwiegende Auswirkungen: Ausbeutung von Natur und Menschen, damit in der nördlichen Hemisphäre der Tisch gedeckt ist.