Kurden sprechen mit Regierung in Damaskus | Aktuell Nahost | DW | 27.07.2018
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Syrien

Kurden sprechen mit Regierung in Damaskus

Die Kurden im Norden Syriens nähern sich an die Regierung von Syriens Machthaber Baschar al-Assad an. In den Gesprächen geht es zunächst um Kooperationen auf lokaler Ebene, wie die Instandsetzung des Staudamms Al-Tabka.

Es ist vermutlich die erste Begegnung dieser Art: Der von kurdischen Aufständischen geprägte Demokratische Rat Syriens (SDC) führt nach eigenen Angaben Gespräche mit syrischen Regierungsvertretern in Damaskus. Es werde voraussichtlich zunächst um Versorgungsfragen gehen, sagte der SDC-Co-Vorsitzende Riad Darar (Artikelbild rechts). Er denke jedoch, dass das Themenspektrum noch breiter werde. "Es könnte ein paar Treffen zur Politik und zur Sicherheit geben."

Es ist das erste Mal, dass der SDC offiziell eine Reise nach Damaskus bekannt gibt. Begleitet wird die politische Dachorganisation nach Angaben Darars von Vertretern der US-unterstützten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF), einer Miliz unter kurdischer Führung. Geleitet werde die Delegation von der syrischischen Kurdin Ilham Ahmed (Artikelbild links). Beide Seiten verhandeln über eine Kooperation auf lokaler Ebene, erklärte Ahmed. Die Gespräche würden auf niedriger Ebene geführt und drehten sich derzeit um die Instandsetzung des wichtigen Staudamms Al-Tabka. Bislang habe es keine nennenswerte Ergebnisse gegeben.

Angst vor Abzug der US-Truppen 

Die syrischen Kurden haben ein gespaltenes Verhältnis zu Assad. Schon unter der Herrschaft von dessen Vater Hafis beklagten sie sich über Diskriminierung. Im Zuge des Bürgerkriegs brachten die Kurden große Gebiete im Norden und Osten Syriens unter Kontrolle.

Dort haben sie eine sogenannte Selbstverwaltung errichtet. Damit zählen sie zu den wenigen Gewinnern in dem seit mehr als sieben Jahren anhaltenden Aufstand gegen Präsident Baschar al-Assad. Die SDF sind in Syrien zugleich ein wichtiger Partner der von den USA geführten internationalen Anti-IS-Koalition. Die Kurden befürchten jedoch, sie könnten nach einem möglichen Abzug der US-Truppen ohne Schutzmacht zurückbleiben. 

Syrien Kampf um Rakka (Getty Images/AFP/B. Kilic)

Feiern in Al-Rakka: Die SDF werden von den USA unterstützt

Türkei will Macht beschneiden 

Vor allem die benachbarte Türkei will die Macht der Kurden in Nordsyrien zurückdrängen. Türkische Truppen und verbündete syrische Rebellen hatten im Frühjahr bereits das Gebiet um die bisher von Kurden kontrollierte Stadt Afrin im Nordwesten Syriens erobert.  Die Assad-treue syrische Zeitung "Al-Watan" berichtete Anfang Juli sogar, die Kurden verhandelten mit Vertretern aus Damaskus über eine Übergabe von kurdischen Gebieten an die Regierung. Die Kurden wiesen diese Meldung jedoch als falsch zurück.

sth/MAK (dpa, rtr, afp) 
 

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