Kurden demonstrieren in Hannover gegen die Türkei | Aktuell Deutschland | DW | 17.03.2018
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Proteste gegen türkische Militäroffensive

Kurden demonstrieren in Hannover gegen die Türkei

Tausende Menschen haben in der niedersächsischen Landeshauptstadt gegen die türkische Militäroffensive in Syrien protestiert. Die Veranstaltung verlief nach Polizeiangaben weitgehend friedlich.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz, um mögliche Konflikte zwischen kurdischen Demonstranten und türkischen Nationalisten zu verhindern. Die Beamten hätten Busse und Autos kontrolliert und verbotene Gegenstände beschlagnahmt. In der Innenstadt hätten sie zudem wiederholt Demonstrationszüge gestoppt, da dort auch nach mehrmaliger Aufforderung Fahnen mit verbotenen Symbolen nicht herunter genommen worden seien. Einige Teilnehmer riefen "Deutsche Panzer raus aus Kurdistan", andere nannten den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Sprechchören einen Terroristen. Mindestens drei Demonstranten wurden nach Polizeiangaben festgenommen.

Die Demonstration stand unter dem Motto "Newroz heißt Widerstand - der Widerstand heißt Afrin". Sie war zunächst von der Polizeidirektion Hannover verboten worden, das örtliche Verwaltungsgericht hob diese Entscheidung aber wieder auf. Neben dem Protest gegen die türkischen Angriffe feiern die Kurden mit der Aktion auch ihr traditionelles Neujahrsfest "Newroz". Das Fest wird um den 21. März von vielen Volksgruppen im Nahen Osten begangen. In den 90er Jahren hat sich in der Türkei das Fest auch zu einem Symbol des Widerstands der kurdischen Minderheit entwickelt.

Bundesregierung und NATO zum Handeln aufgerufen

Die türkische Armee und mit ihr verbündete islamische Milizen hatten am 20. Januar mit ihren Angriffen auf Afrin begonnen. Die Regierung in Ankara sieht in der Kurdenmiliz YPG, die Afrin bislang militärisch kontrolliert hat, einen Verbündeten der PKK. Nach Angaben von Aktivisten befinden sich 150.000 Menschen aus Afrin auf der Flucht.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker rief die Bundesregierung und die NATO zum Handeln auf. Sie müssten ein sofortiges Ende der Kriegsverbrechen ihres NATO-Partners Türkei verlangen.

HF/ww (dpa, afp, epd)