Kunsthalle Mannheim eröffnet | Kunst | DW | 02.06.2018
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Zeitgenössische Kunst

Kunsthalle Mannheim eröffnet

Mit einer Ausstellung des kanadischen Fotografen Jeff Wall hat am Freitag die neue Mannheimer Kunsthalle eröffnet. Das 68,3 Millionen Euro teure Gebäude gilt als derzeit größter Neubau eines Kunstmuseums in Deutschland.

Mit einem Festakt am Freitagabend (01.06.2018) öffnete die Kunsthalle Mannheim nach dreijähriger Bauzeit ihre Tore und läutete ein dreitägiges Bürgerfest ein, das es Besuchern erlaubt, das Haus bis Sonntag bei freiem Eintritt zu besichtigen. Auf dem Programm stehen Vorträge, Musikeinlagen und Workshops. 

Neben der Dauerausstellung, die Schlüsselwerke von Edouard Manet über Max Beckmann bis Francis Bacon beherbergt, sind bis zum 9. September in einer Sonderschau großformatige Fotos des Kanadiers Jeff Wall zu sehen. Mit Arbeiten von Auguste Rodin oder Alberto Giacometti verfügt das Haus außerdem über einen außerordentlichen Skulpturenschwerpunkt. Und auch die wohl weltgrößte Privatsammlung mit Werken von Anselm Kiefer befindet sich in dem nicht unumstrittenen Neubau, der mit seiner 44 Tonnen schweren Netz-Ummantelung aus Edelstahl inmitten eines Jugendstilensembles steht, und laut Kritikern damit nicht unbedingt ins Stadtbild passt.

Blick in Ausstellungsraum der Kunsthalle Mannheim mit Fotos von Jeff Wall. (picture-alliance/dpa/R. Diehl/Kunsthalle Mannheim)

Blick in Ausstellungsraum mit Fotos von Jeff Wall

"Neue Wege gehen"

An der Eröffnung nahm neben Jeff Wall auch die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer teil. Sie hob in
ihrer Rede die Digitalisierung der Kunstwerke hervor, mit der sich das Publikum seinen Katalog oder seine Führung selbst zusammenstellen kann. "Wenn man mit Kunst und Kultur in die Erlebniswelten der jungen Generation kommen will, muss man neue Wege gehen", sagte sie. Genau das ist auch die Devise von Direktorin Ulrike Lorenz. Die Kunsthalle solle kein Tempel sein, sondern "ein Ort der Debatten".

Bundespräsident Steinmeier besucht Kunsthalle Mannheim (picture-alliance/dpa/U. Anspach)

Im Dezember kam Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zur Schlüsselübergabe - hier mit Ehefrau Elke Büdenbender (r.) und Direktorin Ulrike Lorenz (Mitte)

Forschung nach NS-Raubkunst 

Getreu diesem Motto stellt sich das Museum auch seiner eigenen Vergangenheit, indem es seit 2011 die Provenienz seiner Bilder und Skulpturen erforscht. "Lückenlos sollen die Besitzerwechsel aller vor 1946 entstandenen Objekte geklärt werden", sagte Vizedirektorin Inge Herold. Bei mehreren Werken besteht Verdacht auf NS-Raubkunst.

Die Sonderschau "Provenienzforschung" mit verdächtigen Werken aus der NS-Zeit war bei der Eröffnung bereits gut besucht. Auch die Schau "Die Konstruktion der Welt: Kunst und Ökonomie" mit Werken aus den USA und der früheren Sowjetunion in diesem Herbst könnte angesichts der politischen Spannungen zwischen Russland und dem Westen im Ukraine-Konflikt auf großes Interesse stoßen. 

bb/gri (dpa, www.kuma.art/de)

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