kulturweit-Alumni: Der Freiwilligendienst hinterlässt Spuren | DW AKADEMIE | DW | 04.04.2018
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DW AKADEMIE

kulturweit-Alumni: Der Freiwilligendienst hinterlässt Spuren

In Namibia ein Kurzfilm-Festival organisieren, Reportagen schreiben in Bolivien, in Myanmar einem Bürgerradio beim Sendestart helfen – die kulturweit-Alumni der DW Akademie haben im Einsatz viel erlebt und geleistet.

Die kulturweit-Freiwillige Tamara Keller (links) präsentiert die Projekte der DW Akademie in Accra, Ghana. (privat)

Die kulturweit-Freiwillige Tamara Keller (links) präsentiert die Projekte der DW Akademie in Accra, Ghana.

Maximilian Wegener: "Ein Arbeitsalltag, von dem Praktikanten in Deutschland träumen."
*Jg. 1994, studiert Interdisziplinäre Sozialwissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Social Sciences (Politics) an der Ulster University Belfast

kulturweit-Freiwilliger Maximilian Wegener wurde beim deutschsprachigen Radio in Windhoek schnell zum vollwertigen Redaktionsmitglied. | Maximilian Wegener (DW/M. Wegener)

kulturweit-Freiwilliger Maximilian Wegener wurde beim deutschsprachigen Radio in Windhoek schnell zum vollwertigen Redaktionsmitglied.

Einsatzort: Deutsches Radioprogramm der Namibian Broadcasting Corporation (NBC), von September 2017 bis Februar 2018.

"In meiner Einsatzstelle, dem deutschsprachigen Radiosender der NBC in Windhoek, durfte ich ab dem ersten Tag die unglaublich große Bandbreite der Radioarbeit kennenlernen. Recherche, Interviewführung, Vertonung, Moderation oder Schnitt – alles sollte ich ausprobieren, um schnell ein vollwertiges Mitglied der Redaktion zu werden. Ein Arbeitsalltag, von dem man als Praktikant in Deutschland nur träumen kann. Durch die vielen Beiträge, die ich erstellen durfte, kam ich vor Ort in Kontakt mit vielen interessanten Menschen. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir das Gespräch mit einem farbenblinden Künstler aus Windhoek und das Interview mit Albert Engel, dem Direktor der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Namibia.

kulturweit hat meinen Blick auf die Welt nicht verändert, aber mit Sicherheit geschärft. Insbesondere durch die gute Betreuung und die Thematisierung von wichtigen, unbequemen Sachverhalten auf den Seminaren begleitete das kulturweit-Team uns Freiwillige stets zuverlässig und hochprofessionell. Ein kulturweit-Freiwilligendienst mit der DW Akademie stellt eine große Chance dar, sich sowohl fachlich, als auch persönlich weiter zu entwickeln."

 

Tamara Keller: "Das Aufeinandertreffen von Kulturen hinterlässt Spuren."
*Jg. 1994, studiert Deutsche Philologie und Medienwissenschaften an der Universität Basel

Einsatzort: DW Akademie Außenstelle in Accra, Ghana, von September 2017 bis Februar 2018.

Die kulturweit-Freiwillige Tamara Keller bei ihrem Einsatz in Ghana. | Tamara Keller (DW/T. Keller)

Die kulturweit-Freiwillige Tamara Keller bei ihrem Einsatz in Ghana.

"Ich habe durch kulturweit die Möglichkeit bekommen, das Mediensystem in Ghana kennenzulernen und einen Einblick in die Prinzipien der Entwicklungsarbeit erhalten. Interessant waren vor allem die Workshops, die das DW Büro vor Ort organisiert hat. Diese Trainings bieten zum einen die Möglichkeit, ghanaische Journalisten kennenzulernen und sich auszutauschen, zum anderen geben sie einen guten Einblick in den aktuellen Stand des Journalismus in Ghana.

Wenn zwei so unterschiedliche Kulturen wie die ghanaische und die deutsche aufeinander prallen, hinterlässt das Spuren: Besonders Begegnungen und Gespräche mit interessanten Menschen haben mich nachhaltig geprägt. Obwohl ich mir vor kulturweit bereits meiner Privilegien bewusst war, sind sie jetzt präsenter denn je."

 

Lukas Praller: "Mit eigenen Augen sehen, wie die Globalisierung um sich greift."
*Jg. 1995, studiert Sportjournalistik an der Hochschule Macromedia München

Lukas Praller über den Dächern von La Paz. Er war dort als kulturweit-Freiwilliger bei der Fundación para el Periodismo. | Lukas Praller (DW/L. Praller)

Lukas Praller über den Dächern von La Paz. Er war dort als kulturweit-Freiwilliger bei der Fundación para el Periodismo.

Einsatzort: Fundación para el Periodismo (FPP) in La Paz, Bolivien, von September 2017 bis Februar 2018.

"Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte: Bei meiner Einsatzstelle durfte ich die volle Bandbreite journalistischer Darstellungsformen kennenlernen und ausprobieren. Mir wurde viel Verantwortung übertragen, allerdings auch ein hohes Maß an Eigeninitiative abverlangt. Ein besonderer Höhepunkt war für mich ein Erlebnis, das eigentlich nichts mit Journalismus zu tun hat. Über den Dächern von La Paz lud man mich zu einem besonderen Event ein: Für eine englischsprachige Delegation des European Journalism Centre (EJC) sollte ich die Erfahrungsberichte einiger bolivianischer Journalisten in Echtzeit dolmetschen, die zuvor bei einem vom EJC finanzierten Programm Investigativ-Recherchen angefertigt hatten. Eine Herausforderung, aber gleichzeitig auch ein wahnsinnig schöner und spannender Tag.

Besonders berührt hat mich das Treffen mit einem Schuhputzer aus La Paz. Für eine Reportage über seinen gesellschaftlich geächteten Beruf habe ich seine Lebensgeschichte näher beleuchtet. Seine Erfahrungen, seine Leidensgeschichte, sein täglicher Kampf ums Überleben – all das lag für mich jenseits des Vorstellbaren.

kulturweit hat mir die Chance gegeben, mit eigenen Augen zu sehen, wie sehr die Globalisierung bereits um sich greift. Wir leben in einer vernetzten, immer schnelleren Welt. Gleichzeitig durfte ich jedoch auch erfahren, wie Traditionen und Bräuche weitergeführt werden und Menschen ihr Leben unter völlig verschiedenen Umständen auf ganz andere Art und Weise verwirklichen, als ich es kannte."

 

Hannah Heyn: "Grenzen sind da, um sie mutig zu überwinden!"
*Jg. 1995, studiert Soziologie und Kommunikationswissenschaften an der  Friedrich-Schiller-Universität Jena

Einsatzort: College of the Arts, Projekt: Media and Information Literacy Learning Initiative (MiLLi*) in Namibia, von September 2017 bis Februar 2018.

kulturweit-Alumna Hannah Heyn war mit der DW Akademie in Namibia. | Hannah Heyn (DW/H. Heyn)

kulturweit-Alumna Hannah Heyn war mit der DW Akademie in Namibia.

"Der Einsatz eröffnet völlig neue Perspektiven auf Medienarbeit und die Relevanz von Medienkompetenz. Man erhält viele Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln und eigene Ideen kreativ umzusetzen.

Mein persönliches Highlight war das Jugendprojekt in Opuwo. Die Freude der Trainer und die Lernmotivation der Teilnehmer live mitzuerleben, hat mich sehr für meine Arbeit motiviert. Auch der regelmäßige Austausch mit den Trainern der landesweiten Jugendprojekte war eindrucksvoll. Die Dankbarkeit, ihr eigenes Wissen mit jungen Menschen teilen zu können, hat mich sehr berührt. Was ich nach meinem Einsatz mitnehmen werde: Kommunikation auf Augenhöhe, sich ehrlich auszutauschen und mit offenem Herzen durch die Welt zu gehen."

 

Sven Grolik: "Es ist wichtig, Demut zu zeigen."
*Jg. 1993, studiert Sportmanagement und -kommunikation an der Deutschen Sporthochschule Köln

Einsatzort: DW Akademie Außenstelle, Windhoek, Namibia, September 2017 bis Februar 2018

Sven Grolik hat mit kulturweit die Arbeit im Büro der DW Akademie in Windhoek unterstützt. | Sven Grolik (DW/S. Grolik)

Sven Grolik hat mit kulturweit die Arbeit im Büro der DW Akademie in Windhoek unterstützt.

"Durch die verschiedenen Projekte, die die DW Akademie unterstützt, hat man sehr vielfältige Aufgaben. Man macht Erfahrungen in den Bereichen Medienentwicklung und Medienfreiheit, bekommt aber auch Einblicke in die alltägliche journalistische Arbeit.

Mein Highlight war die "Mobile Media Mashup Conference 2017" – eine große Konferenz mit internationalen Gästen und Workshops - und die damit verbundene offizielle Eröffnung des Regionalbüros in Windhoek. Auf diese Events haben wir Monate hingearbeitet und als man gesehen hat, wie positiv die Reaktionen der Teilnehmer waren, überkam uns alle ein Gefühl von Stolz. kulturweit hat meinen Blick auf die Welt verändert, weil ich mir meiner Privilegien bewusster bin und gelernt habe, mit ihnen umzugehen. In diesem Zusammenhang habe ich auch gelernt, wie wichtig es ist, Demut zu zeigen."

 

Hannah Lesch: "Ich bin unvoreingenommener zurückgekehrt."
*Jg. 1994, studiert Wissenschaftsjournalismus an der Hochschule Darmstadt

Einsatzort: DW Akademie Außenstelle in Windhoek, Namibia, als Assistentin im Bereich Projektmanagement, Organisation des Kurzfilm-Festivals "KinoNamia", von März 2017 bis Februar 2018

Teilnehmer von KinoNamia bei der Arbeit. Die kulturweit-Freiwililge Hannah Lesch hat das Kurzfilm-Festival organisiert. | Hannah Lesch (DW/H. Lesch)

Teilnehmer von "KinoNamia" bei der Arbeit. Die kulturweit-Freiwililge Hannah Lesch hat das Kurzfilm-Festival organisiert.

"Mein Einsatz in Namibia lässt sich in etwa so zusammenfassen: Mini-Büro, Mini-Schreibtisch, Mini-Team aber große Aufgaben, Verantwortung, Vertrauen und viel, viel Spaß. Und ab und an eine Pool-Party bei der Chefin. Eine der spannendsten Begegnungen war das 48-Stunden Film-Festival „KinoNamia“, das von der DW Akademie vor Ort unterstützt wird. Mit einer anderen Freiwilligen habe ich das Festival für Namibias Cineasten organisiert. An diesem Wochenende habe ich die spannendsten Menschen kennengelernt; kreative, junge Talente mit Innovationsdrang und tollen Ideen.

In meinem Jahr gab es noch viele weitere tolle Erfolgsmomente: Ein Höhepunkt war die erfolgreiche Durchführung der "Mobile Media Mashup Conference 2017", ein anderes Highlight war eine Dienstreise in den Norden Namibias: Für alle ein spannender Arbeitseinsatz und eine tolle Gelegenheit, mehr vom Land zu sehen. Ich bin unvoreingenommener und lockerer aus Namibia zurückgekehrt – mit vielen neuen Ideen und Plänen für die Zukunft. Die Welt ist für mich noch vielfältiger, spannender und einladender geworden."

 

Nadja Grzesik: "Ich bin kritischer und bewusster geworden."
*Jg. 1994, studiert Sozialwissenschaften an der Universität Augsburg

Einsatzort: Myanmars erstes Bürgerradio "Khayae FM" und die Außenstelle der DW Akademie in Yangon, Myanmar, von September 2017 bis Februar 2018.

Nadja Grzesik (links) bei ihrem kulturweit-Einsatz in Myanmar. (Privat)

Nadja Grzesik (links) bei ihrem kulturweit-Einsatz in Myanmar.

"Flexibilität ist alles! Während meiner Zeit als kulturweit-Freiwillige bei der DW Akademie habe ich die verschiedensten Tätigkeiten ausgeübt und gelernt, jeder Herausforderung mutig zu begegnen.

Jede Minute, die ich bei Myanmars erstem Bürgerradio "Khayae FM" verbracht habe, war für mich ein Highlight. Es hat mich sehr fasziniert zu sehen, mit welchem Eifer die freiwilligen Radio-MitarbeiterInnen sich engagieren. Außerdem habe ich sehr viel von den Trainern, die Workshops für das Bürgerradio halten, gelernt und meine Liebe zur Arbeit beim Radio wiederentdeckt.  Besonders inspiriert hat mich eine Kollegin: Noch nie zuvor bin ich einem Menschen begegnet, der so unglaublich viel Kraft aus der Religion zieht, so selbstlos für die Unterstützung der eigenen Familie kämpft und so unermüdlich arbeitet.Mein Aufenthalt in Myanmar verdeutlichte mir, dass ich als Europäerin Privilegien besitze, die aus Zeiten des Kolonialismus stammen, aber sich zum Teil bis heute fortsetzen. Diese Erfahrung sensibilisiert mich – auch jetzt, zurück in Deutschland – gegenüber Diskriminierung und Rassismus im Alltag. Außerdem ruft sie mir ins Bewusstsein, welche Folgen unser westlicher Lebensstil hat und dass wir mehr Verantwortung für unser Handeln übernehmen sollten. Mein kulturweit-Einsatz hat mich zu einem kritischeren und bewusster handelnden Menschen gemacht."

 

Die DW Akademie ist Partner des internationalen Freiwilligendienstes kulturweit. Wir bieten jungen Menschen Einsatzmöglichkeiten bei unseren Medienpartnern in Afrika, Lateinamerika und Asien. 

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