Kuba und USA lassen Eis weiter schmelzen | Aktuell Amerika | DW | 15.03.2016
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Aktuell Amerika

Kuba und USA lassen Eis weiter schmelzen

Reiseerleichterungen, direkter Postverkehr - die Ex-Erzfeinde gehen demonstrativ aufeinander zu. Am Sonntag dann steht der große Höhepunkt an: der erste offizielle Besuch eines US-Präsidenten in Kuba seit 88 Jahren.

Die US-Regierung hat kurz vor der historischen Reise von Präsident Barack Obama nach Kuba das Handelsembargo gegen den sozialistischen Karibikstaat weiter gelockert. Ab Mittwoch sollen US-Bürger einfacher das Land besuchen können, wie das Finanz- und das Handelsministerium in Washington mitteilten. Der neue Maßnahmenkatalog erlaubt unter anderem auch dem US-Bankensystem, Transaktionen von kubanischen Institutionen und Bürgern abzuwickeln. Bislang war Kuba die Nutzung des US-Dollar im internationalen Handel weitgehend untersagt.

Zudem nehmen Kuba und die USA nach mehr als 50 Jahren Unterbrechung wieder den direkten Postverkehr auf. Der erste direkte Postflug soll am Mittwoch starten, wie das kubanische Parteiblatt "Granma" berichtete. Seit 1963 gab es keine direkte Postverbindung mehr zwischen beiden Ländern. Vor allem Exilkubaner und ihre daheim gebliebenen Verwandten konnten nur über Drittländer - und zu den damit verbundenen Extrakosten - Briefe und Pakete austauschen.

17. Januar 1928: Der damalige US-Präsident Calvin Coolidge (l.) ist Gast des kubanischen Staatschefs Gerardo Machado (Foto: picture alliance/AP Images)

17. Januar 1928: Der damalige US-Präsident Calvin Coolidge (l.) ist Gast des kubanischen Staatschefs Gerardo Machado

Nur US-Kongress kann Embargo vollständig aufheben

Obama reist am Sonntag als erster US-Präsident seit 88 Jahren nach Kuba. Der dreitägige Besuch gilt als historisch. Zuletzt war 1928 Präsident Calvin Coolidge - Obamas Vorvorvorvorvorvorvorvorvorvorvorvorvorgänger - offiziell in Kuba. Obama und der kubanische Staatschef Raúl Castro hatten im Dezember 2014 völlig überraschend eine Annäherung zwischen den beiden Erzfeinden eingeleitet. Im Juli vergangenen Jahres nahmen Washington und Havanna diplomatische Beziehungen wieder auf. Diese sollen nun nach und nach normalisiert werden. Seit Anfang 2015 hat die US-Regierung das Wirtschafts- und Handelsembargo gegen Kuba mehrfach gelockert. So dürfen unter anderem US-Bürger den Karibikstaat etwa aus Studienzwecken oder familiären Gründen besuchen. Reine Tourismus-Reisen sind allerdings weiterhin verboten.

Das in den 1960er Jahren verhängte Embargo gegen Kuba kann nur vom US-Kongress vollständig aufgehoben werden - dort sperrt sich bislang die republikanische Mehrheit.

sti/uh (dpa, afp, epd)