Kroatiens Vida erhält Verwarnung von der FIFA | Fußball | DW | 09.07.2018
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WM 2018

Kroatiens Vida erhält Verwarnung von der FIFA

Der kroatische Nationalspieler Domagoj Vida sorgt bei der Fußball-WM in Russland mit Äußerungen zur Ukraine für Wirbel und wird vom Weltverband FIFA verwarnt. Der 29-Jährige bestreitet die Vorwürfe.

Der nationale Fußballverband Kroatiens hat Nationalspieler Domagoj  Vida und Teambetreuer Ognjen Vukojevic angehalten, künftig jegliche Aussagen zu unterlassen, die politisch interpretiert werden könnten. Der Grund: In einem Video hatte der 29 Jahre alte Torschütze Vida, der von 2013 bis 2017 für Dynamo Kiew in der Ukraine spielte,  nach dem Viertelfinal-Sieg Kroatiens gegen Russland gejubelt: "Ehre für die Ukraine!" Und Vukojevic ergänzte: "Das ist ein Sieg für Dynamo und für die Ukraine."

Die Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine sind seit der Annexion der Schwarzmeerhalbinsel Krim 2014 und der Unterstützung der prorussischen Separatisten in der Ostukraine zerrüttet. In dem Konflikt sind nach UN-Angaben mehr als 10.000 Menschen getötet worden. Offiziell gilt ein Waffenstillstand, der aber von beiden Seiten verletzt wird. Vida betonte später, es handle sich bei dem Video lediglich um einen Witz.

Kroaten beantworten keine Fragen mehr zum Thema

"Das hat gar nichts mit Politik zu tun", sagte der Ex-Leverkusener dem russischen Sportportal sports.ru. Der kroatische Verband HNS wollte bei einer Pressekonferenz mit Nationaltrainer Zlatko Dalic am Sonntag keine Fragen mehr zu diesem Thema beantworten. Es gebe nichts über die offizielle Mitteilung hinaus zu sagen. Die FIFA-Disziplinarkommission reagierte auf Vidas Aktion mit einer Verwarnung.

Vukojevic wurde einen Tag später vom kroatischen Verband entlassen. Für Vida, Torschütze auch beim Sieg im Elfmeterschießen gegen Russland, gab es keine unmittelbaren Konsequenzen. Nur im Wiederholungsfall müsste er striktere Sanktionen befürchten. "Ich bedauere, dass einige Medienvertreter unsere Kommunikation auf diese Art interpretiert haben", wird Vida nun in dem Statement des kroatischen Verbandes zitiert. "Das war definitiv kein politisches Statement, sondern ein einfaches Dankeschön für die ganze Unterstützung aus der Ukraine, wo Vukojevic und ich einige Jahre verbracht haben. Wir hatten nicht die Absicht, jemanden zu kränken."

jst/asz (dpa/sid)

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