Kritik an Lehrerentlassungen im Sommer | Deutschlehrer-Info | DW | 18.07.2019
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Deutschlehrer-Info

Kritik an Lehrerentlassungen im Sommer

Jeden Sommer steigt die Arbeitslosigkeit unter Lehrkräften. Mit Beginn der Sommerferien werden viele von ihnen entlassen und erst danach wieder eingestellt. Kritik an dieser Praxis kommt jetzt auch aus der Politik.

Jedes Jahr im Sommer müssen sich Tausende Lehrkräfte arbeitslos melden, allein 2018 waren es laut einem Bericht der Bundesagentur für Arbeit (BA) rund 6000. Der Grund: Sie sind nicht wie viele ihrer Kollegen verbeamtet, sondern angestellt und haben nur befristete Arbeitsverträge. In der Regel laufen diese dann zu den Sommerferien aus und werden erst nach den Ferien wieder neu geschlossen. Besonders häufig werde das in den Bundesländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hamburg und Bayern praktiziert, auch wenn die Tendenz insgesamt leicht rückläufig sei, so die BA.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat dieses Vorgehen nun gegenüber der Funke Mediengruppe mit deutlichen Worten kritisiert: „Das halte ich für eine Riesensauerei und übrigens auch für dumm“, so Heil. Derzeit herrsche Lehrermangel und Bundesländer würden sich gegenseitig das Personal abjagen. Wenn Lehrer schlechte Bedingungen vorfänden, würden sie abgeschreckt, anstatt sich für den Beruf zu begeistern. „Ich erwarte, dass die Länder damit grundsätzlich aufhören“, sagte der Minister.

Für den Herbst hat Heil einen Gesetzentwurf zur Eindämmung von willkürlichen Befristungen angekündigt. Dieser solle nicht nur für private Unternehmen, sondern auch für den öffentlichen Dienst gelten. „Ich werde keine unterschiedlichen Maßstäbe anlegen“, sagte der SPD-Politiker. Heil kündigte an, er werde auch gegen sogenannte Kettenbefristungen vorgehen: „Eine endlose Aneinanderreihung befristeter Verträge wird es künftig nicht mehr geben.“

ip/rh (epd)

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