Kosovo und Sarajewo stellen sich gegen Handke | Aktuell Kultur | DW | 11.12.2019
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Literatur

Kosovo und Sarajewo stellen sich gegen Handke

Die Kritik am frisch gebackenen Literaturnobelpreisträger Peter Handke wächst. Die Republik Kosovo und der bosnische Kanton Sarajevo erklärten Handke zur persona non grata, zur unerwünschten Person.

Peter Handkes Auftritt bei der Pressekonferenzen der Schwedischen Akademie (picture-alliance/TT/A. Wiklund)

Literaturnobelpreisträger Peter Handke - hier bei einem Auftritt vor der Schwedischen Akademie am 6. Dezember

Er habe diese Maßnahme wegen der Unterstützung ergriffen, die der österreichische Schriftsteller dem serbischen Führer Slobodan Milosevic (1941-2006) und "dessen genozidaler Politik im Kosovo und in Bosnien-Herzegowina zuteil werden ließ", teilte der kosovarische Außenminister Behgjet Pacolli über Twitter mit.

Wieder beleidigt

"Er (Handke) und das Nobelpreis-Komitee haben gegenüber den Opfern des Genozids Respektlosigkeit gezeigt", twitterte Pacolli weiter. "Die Verbrechen zu leugnen und Verbrecher zu unterstützen ist ein schreckliches Verbrechen", so Pacolli. Ähnlich äußerte sich das Parlament des Kantons Sarajevo in einer Entschließung: "Die Verleihung des Nobelpreises an einen solchen Mann stellt eine erneute Beleidigung der Opfer und aller frei denkenden Menschen auf der Welt dar."

Handke hatte am Dienstag in Stockholm den Nobelpreis für sein literarisches Schaffen entgegengenommen. Kritiker werfen ihm seine Nähe zu führenden serbischen Nationalisten und die Relativierung der Kriegsverbrechen der serbischen Seite in den jugoslawischen Zerfallskriegen der 1990er Jahre vor.

Video ansehen 03:17

Peter Handkes problematischer Umgang mit Jugoslawien

Bosnisch-serbische Milizen hatten nach Urteilen des Haager Jugoslawien-Tribunals an Muslimen in der Enklave Srebrenica einen Völkermord begangen. Im Kosovo waren zahlreiche Kriegsverbrechen an kosovo-albanischen Zivilisten auf das Konto der von Milosevic geführten Sicherheitskräfte gegangen.

haz/kle (afp, dpa)

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