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Konzerne fordern mehr Klimaschutz

11. Oktober 2021

Adidas, Ikea, Vatenfall - fast 70 Firmen, die in Deutschland tätig sind, haben mehr Klimaschutz von der Politik eingefordert. Unter den Unterzeichnern sind auch große CO2-Emittenten.

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Photovoltaik I Solarpark Weesow Willmersdorf
Deutschlands größter Solarpark in Willmersdorf gehört zum Stromkonzern EnBWBild: EnBW/Paul Langrock

Punktlich zum Auftakt der Sondierungen von SPD, Grüne und FDP fordern etliche Unternehmen mehr Klimaschutz. Dieser gilt neben der Steuer- und Finanzpolitik als Streitpunkt einer möglichen Ampel-Koalition.

Insgesamt 69 Unternehmen aus verschiedenen Sektoren fordern den Ausbau von erneuerbaren Energien zu beschleunigen. In den ersten 100 Tagen solle die Bundesregierung eine "Umsetzungsoffensive für Klimaneutralität" vorlegen.

Zu den Unterzeichnern der Unternehmenserklärung gehören Firmen mit insgesamt mehr als einer Million Beschäftigten in Deutschland. Darunter sind auch Unternehmen wie die Allianz Versicherungen, Bayer, Adidas, General Electrics, die Deutsche Post, Ikea und mehrere Energieunternehmen sowie Supermarktketten - insgesamt stehen sie für etwa eine Billion Euro Umsatz. Die Unterzeichner forderen von der neuen Bundesregierung innerhalb der ersten 100 Regierungstage eine "Umsetzungsoffensive für Klimaneutralität".Initiatorin des Appells ist die Unternehmerinitiative "Stiftung 2 Grad".

Klare Eigeninteressen

Dass zu den Unternehmen auch zahlreiche große CO2-Emittenten zählen mag auf den ersten Blick überraschen. Dennoch geht es auch ihnen um Planungssicherheit und eigene Interessen. Es geht um klare Rahmenbediungen, doch auch um neue Geschäftschancen bei der Umstrukturierung der Wirtschaft.

Der Klimaschutz als das wahlentscheidende Thema "muss von den Parteien bei der Bildung einer neuen Bundesregierung ganz oben auf die Agenda gesetzt werden", sagte Michael Otto, Präsident der Stiftung und Aufsichtsratsvorsitzender der Otto Group. "Die neue Bundesregierung muss jetzt den Rahmen setzen, damit wir als Unternehmer Klimaneutralität zum Markenzeichen der deutschen Wirtschaft machen können."

Die Unternehmen fordern in Anlehnung an den "Green Deal" der EU-Kommission ein Paket konkreter Maßnahmen, damit Klimaneutralität bis 2045 erreicht werden könne. Dafür müssten der Ausbau erneuerbarer Energien und der dafür erforderlichen Stromnetze, klimafreundlicher Industrieanlagen und Verkehrsinfrastrukturen sowie die energetische Gebäudesanierung vorangetrieben werden.

Deutschland Braunkohle Tagebau Garzweiler
Braunkohle Tagebau von RWE - der Konzern gehört nicht zu den UnterzeichnernBild: Ina Fassbender/AFP/Getty Images

Bis 2030 müssten mindestens 70 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland mit erneuerbaren Energien gedeckt werden. Die installierte Kapazität an Windkraft und Photovoltaik müsse dafür nahezu verdreifacht werden. Darüber hinaus seien auch weitere Schritte bei der Gebäudesanierung notwendig. "Ein ehrgeiziger Ausbau der Erneuerbaren Energien sollte mit weiteren Maßnahmen kombiniert werden, um gezielt die Voraussetzungen für einen Ausstieg aus der Kohleverstromung deutlich vor 2038 zu schaffen", heißt es in dem Appell. Der Ausbau von Schlüsseltechnologien und Infrastrukturen dürfe "nicht durch langwierige und umständliche Planungs- und Genehmigungsverfahren ausgebremst werden".

nm/hb (dpa, afp)