Konservative in Kroatien klar vorn | Aktuell Europa | DW | 05.07.2020
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Parlamentswahl

Konservative in Kroatien klar vorn

Es wurde dann doch nicht das zuletzt erwartete Kopf-an-Kopf-Rennen: Bei der Parlamentswahl in Kroatien zeichnet sich ein deutlicher Sieg der Regierungspartei HDZ ab.

Die "Kroatische Demokratische Gemeinschaft" (HDZ) von Regierungschef Andrej Plenkovic bleibt stärkste politische Kraft in dem EU-Land. Laut einer Nachwahlbefragung des Instituts Ipsos konnte sich die HDZ 61 der 151 Sitze im Parlament in Zagreb sichern. Das Oppositionsbündnis des Sozialdemokraten Davor Bernardic holte demnach 44 Mandate. Die neue rechtspopulistische Heimatbewegung des Volksmusikers Miroslav Skoro kann mit 16 Sitzen rechnen.

Acht Mandate dürfte die rechte Partei Most (Brücke) besetzen, weitere acht die neue links-grüne Plattform Mozemo! (Wir können es!) und drei die bürgerlich-liberale "Partei mit Namen und Vornamen" (SSIP). Acht Mandate sind den ethnischen Minderheiten vorbehalten, drei den Auslandskroaten.

Kroatien I Wahlen I Andrej Plenkovic (picture-alliance/P. Macek)

Wird wohl auch die nächste Regierung in Zagreb anführen: Wahlsieger Andrej Plenkovic (50)

Plenkovics HDZ schnitt damit deutlich besser ab als es jüngste Umfragen nahegelegt hatten. Für die Bildung der nächsten Regierung wird er aber Partner brauchen.

Im Zeichen der Pandemie

Die Wahl fand inmitten der Corona-Pandemie statt, die von der Regierung zunächst erfolgreich zurückgedrängt werden konnte. Plenkovic hatte die Parlamentswahl extra von Ende 2020 auf diesen Sonntag vorgezogen, um vom Image des Krisenmanagers profitieren zu können. Doch in den vergangenen anderthalb Wochen stiegen die Infektionszahlen in Kroatien wieder. Bisher starben dort nach Angaben der US-Universität Johns Hopkins 113 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion - bei mehr als 3100 Infektionsfällen (Stand: 05.07.2020). Dem stark vom Tourismus abhängigen Land steht eine schwere Rezession bevor.

Insgesamt waren 3,8 Millionen Menschen zur Parlamentswahl aufgerufen. Die Wähler sollten wegen einer möglichen Corona-Ansteckungsgefahr Masken tragen und ihre eigenen Stifte zur Stimmabgabe mitbringen. Corona-Infizierte durften anderen eine Wahl-Vollmacht ausstellen. Zudem machten Beamte Hausbesuche, um Stimmzettel abzuholen.

wa/uh (afp, dpa)

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