Kongos Ex-Vizepräsident Jean-Pierre Bemba vorerst frei | Aktuell Afrika | DW | 13.06.2018
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Demokratische Republik Kongo

Kongos Ex-Vizepräsident Jean-Pierre Bemba vorerst frei

Verurteilt wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen, freigesprochen aufgrund von Verfahrensfehlern: Nun wird Jean-Pierre Bemba vom Internationalen Strafgerichtshof vorläufig aus der Haft entlassen.

Internationaler Strafgerichtshof Jean-Pierre Bemba (picture-alliance/dpa/J. Lampen)

Jean-Pierre Bemba 2016 im Gericht

Die Richter in Den Haag machten dem ehemaligen Vizepräsidenten der Demokratischen Republik Kongo bis zu einem weiteren Verfahren Anfang Juli strenge Auflagen. So darf der 55-Jährige keinen Kontakt zu Zeugen aus seinem Prozess aufnehmen und sich nicht öffentlich zu dem Verfahren äußern. Nach Angaben seines Anwalts will Bemba binnen 24 Stunden zu seiner Familie nach Brüssel reisen.

Bemba war vor zehn Jahren festgenommen und im Juni 2016 zu 18 Jahren Haft verurteilt worden. Nach Überzeugung des Gerichts hatten Rebellen unter seiner Kontrolle in der benachbarten Zentralafrikanischen Republik gemordet, vergewaltigt und geplündert. Berufungsrichter hoben am Freitag die Verurteilung wegen schwerer Verfahrensfehler auf und sprach ihn frei.

Demokratische Republik Kongo Anhänger Jean-Pierre Bemba (Getty Images/AFP/J. Wessels)

Freude bei Bembas Anhängern im Kongo nach dem Freispruch am Freitag

Bemba ist ein einflussreicher Oppositionspolitiker in der Demokratischen Republik Kongo und einer der stärksten Herausforderer des umstrittenen Präsidenten Joseph Kabila. 2006 unterlag Bemba Kabila in einer Stichwahl um das Präsidentenamt. Im Kongo feierten die Menschen den Freispruch in der vergangenen Woche. Die kongolesische Regierung erklärte Medienberichten zufolge, Bemba könne in sein Heimatland zurückkehren. Nicht bekannt ist, ob er damit gegen die Entlassungsauflagen verstoßen würde.

ust/jj (afp, epd)

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