Kommentar: Viel Glück, ein bisschen Racing | Kommentare | DW | 25.03.2018
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Formel 1

Kommentar: Viel Glück, ein bisschen Racing

Der Auftakt zur Formel-1-Saison verläuft vielversprechend. Sebastian Vettel und Lewis Hamilton liefern sich ein enges Rennen. Zumindest teilweise wird das geboten, was Rennfans sich wünschen, meint Andreas Sten-Ziemons.

Na also, es geht doch! Bereits vor der Saison hatte man große Sorge, die Formel 1 würde dank fortgesetzter Mercedes-Dominanz auch im Jahr 2018 wieder in Langeweile versinken. Doch das erste Rennen, der Große Preis von Australien, war durchaus dazu angetan, diese Bedenken zumindest ein wenig zu zerstreuen: Sebastian Vettel kann Lewis Hamilton Paroli bieten und geht nach den ersten von 21 WM-Läufen mit kleinem Vorsprung auf den favorisierten Briten in das nächste Rennen.

Glück und richtige Strategie

Andreas Sten-Ziemons

Andreas Sten-Ziemons

Zwar profitierten die Roten ein wenig vom Pech des Teams Haas, das innerhalb von wenigen Runden beide Boliden am Streckenrand abstellen musste und so für eine Safety-Car-Phase sorgte. Doch muss man Ferrari dafür loben, dass gleichzeitig die Rennstrategie perfekt funktioniert hat. Zunächst schickte man Kimi Räikkönen vor Hamilton an die Box und setzte Hamilton so unter Druck, ebenfalls die Reifen zu wechseln. Vettel blieb dagegen länger draußen und wechselte erst, als durch das Safety Car die Chance bestand, trotz Boxenstopp vor Hamilton zu bleiben. Die Taktik ging ganz knapp auf - auch hier wieder dank des Pechs anderer: Die Mercedes-Software hatte falsche Zeitabstände berechnet und Hamilton vier Sekunden vor Vettel gesehen.

Also musste sich der Titelverteidiger hinter dem Herausforderer einreihen, was für richtige Spannung sorgte: echtes Racing, ein Schauspiel, dass es in der vergangenen Saison nicht allzu oft gegeben hat. Bis Hamiltons Reifen fünf Runden vor Schluss nicht mehr konnten, saß der Silberpfeil Vettels "Loria" derart im Nacken, dass man eigentlich damit rechnete, er würde den Ferrari doch noch kassieren. Zum Glück - aus deutscher und Ferrari-Sicht - kam es nicht so.

Luft nach oben

Ein wenig schade war, dass Max Verstappen es nicht schaffte, sich ebenfalls vorne mit einzuschalten. Der Niederländer musste am Start zunächst Kevin Magnussen passieren lassen, kam dann lange nicht am Dänen vorbei und fabrizierte schließlich durch eine Unkonzentriertheit einen Dreher, der ihn endgültig um alle Chancen brachte. Der Red-Bull-Pilot hat noch jede Menge Luft nach oben.

Das nächste Rennen in Bahrain muss nun zeigen, ob es spannend weitergeht. Schließlich kann man nicht immer darauf setzen, dass das Glück in Form einer Safety-Car-Phase oder einer Software-Panne zum richtigen Zeitpunkt kommt.

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