Kommentar: Nummer neun lebt | Fußball | DW | 27.10.2013
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Fußball

Kommentar: Nummer neun lebt

Der FC Bayern dreht das Spiel gegen Hertha BSC - aber erst, nachdem Trainer Guardiola Stürmer Mandzukic bringt. Das Spiel ohne echten Stürmer funktioniert eben nicht immer, meint DW-Sportreporterin Olivia Fritz.

Der FC Bayern fährt Sieg um Sieg ein und ist unangefochtener Spitzenreiter der Bundesliga. Trainer Pep Guardiola hat ein scheinbar unschlagbares Team geformt. Dennoch zeigte vor allem der Beginn der Partie gegen Hertha BSC, dass die Bayern durchaus angreifbar sind und dass sie manchmal eben doch noch einen echten Stürmer brauchen. Mit Thomas Müller als "falschem Neuner" brachte der deutsche Rekordmeister dieses Mal nicht die Dominanz an den Tag wie bei den hoch gelobten Partien gegen Manchester City und Bayer Leverkusen, bei denen der deutsche Triple-Sieger fast ausschließlich ohne echten Stürmer spielte.

Inhalt: Portraitfoto Olivia Fritz (DW) Fotograf: Michael Palm, Palm-Pictures, 2011

Olivia Fritz (DW-Sportredaktion)

Im Gegenteil: Die frechen Aufsteiger aus Berlin wollten sich von Beginn an nicht in die Defensive drängen lassen und spielten mutig nach vorn, was nach der Führung fast noch mit dem 2:0 belohnt worden wäre. Berlin sei bisher die stärkste Mannschaft in München gewesen, konstatierte später dann auch Guardiola. Der ehrgeizige und erfolgsverwöhnte Coach der Bayern, der mit seiner neuen Mannschaft am liebsten genauso weiter machen würde wie mit dem FC Barcelona, hat jedoch noch eine erstaunliche Äußerung getätigt: Mario Mandzukic sei im Strafraum der beste Spieler der Welt.

Edelreservist Mandzukic

Dabei hatte Guardiola zuletzt keine Zweifel daran gelassen, auf ein System ohne echten Stürmer zu setzen. "Falsche Neuner" wie Mario Götze oder Thomas Müller schienen dem 27-jährigen Kroaten den Rang abzulaufen. Doch der antwortet mit Toren. Mit sieben Treffern führt er die Torschützenliste der Liga gemeinsam mit Sidney Sam aus Leverkusen, Vedad Ibisevic (Stuttgart) und dem Hoffenheimer Firmino an. Gegen Berlin musste Mandzukic zunächst auf die Bank und durfte erst nach zwei verletzungsbedingten Auswechslungen ins Spiel. Der Edeljoker brauchte gerade einmal vier Minuten, dann wuchtete er den Ball per Kopf nach einem Freistoß zum 1:1-Ausgleich ins Tor. 20 Minuten später machte er es noch einmal genauso und sorgte so für die Führung der Bayern.

Bei allen Diskussionen um neue Spielsysteme mit quirligen und technisch versierten Mittelfeldspielern in der Spitze hat dieses Spiel gezeigt: Manchmal muss für einen Sieg auch einfach einmal eine Standard-Situation her - ein Fall für echte Stürmer. Mandzukic sei bei solchen Aktionen kaum zu verteidigen, erklärte später auch der Berliner Trainer Jos Luhukay. Mandzukic wollte übrigens nichts sagen. Er scheut die großen Interviews und konzentriert sich stattdessen auf den Kampf um einen Stammplatz im Team. Gegen Hertha hat er bewiesen, dass der echte Neuner noch nicht ausgedient hat.