Kommentar: Es geht auch ohne Reus beim BVB | Kommentare | DW | 07.03.2020
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Meinung

Kommentar: Es geht auch ohne Reus beim BVB

Hinten dicht, vorne brandgefährlich. Borussia Dortmund hat sich nicht umsonst in die Rolle als Bayern-Jäger Nummer eins zurückgekämpft, meint Stefan Nestler. Selbst der Ausfall von Marco Reus fällt kaum ins Gewicht.

Marco Reus droht einmal mehr zur tragischen Figur zu werden. Die Muskelverletzung, die sich der 30 Jahre alte Kapitän von Borussia Dortmund Anfang Februar beim DFB-Pokal-K.o. in Bremen zugezogen hatte, ist hartnäckiger als gedacht. Zunächst war von einer vierwöchigen Pause die Rede, jetzt wird spekuliert, dass Reus sogar die Europameisterschaft im Sommer verpassen könnte. Erinnerungen werden wach an die WM 2014 und die EM 2016, für die Reus wegen Verletzungen kurz vor den Turnieren ausgefallen war.

Sollte es ihm wieder so ergehen? Das wäre bitter für ihn persönlich und auch für die deutsche Nationalmannschaft. Denn ein Reus in Topform ist schwer zu ersetzen. Das gilt natürlich auch für seinen Verein Borussia Dortmund - jedoch nicht mehr in dem Ausmaß wie in den vergangenen Spielzeiten. Da galt meist: Spielt Reus gut, tut es auch der BVB. Bringt er keine Leistung, stottert der Motor. Und fehlt Reus für längere Zeit, ist die Krise fast vorprogrammiert.

Fünf Siege in Serie

Auch nach seinem Ausfall in Bremen verlor Dortmund zunächst 3:4 in Leverkusen, doch danach gewann die Mannschaft von Trainer Lucien Favre alle fünf Spiele: 4:0 gegen Frankfurt, 2:1 in der Champions League gegen das Starensemble von Paris St. Germain, 2:0 in Bremen, 1:0 gegen Freiburg - und jetzt 2:1 im Borussenduell in Mönchengladbach. Dabei präsentierte sich der BVB wie eine echte Spitzenmannschaft. Eiskalt und effektiv.

Einkäufe Can und Haaland zündeten

DW Kommentarbild Stefan Nestler

Stefan Nestler, DW Sport

Bei keinem anderen Verein der Bundesliga haben die Einkäufe in der Wintertransferperiode so gezündet wie bei Borussia Dortmund. Emre Can hat der zuvor oft anfälligen Defensive des BVB Stabilität verliehen. Und der 19 Jahre alte Wunderstürmer Erling Haaland hat die Offensive der Schwarzgelben nicht nur belebt, sondern zu einer Waffe gemacht, die von den gegnerischen Verteidigern kaum zu entschärfen ist. Selbst wenn er - wie in Mönchengladbach - nicht trifft, beschäftigt er meist zwei bis drei Gegenspieler und legt auch mal einen Treffer auf,  wie beim 1:0 für Dortmund, das er mit einem feinen Pass auf Thorgan Hazard vorbereitete.

Bayern müssen sich warm anziehen

Ähnlich fiel auch der Siegtreffer zum 2:1 durch Achraf Hakimi, perfekt eingeleitet durch den eingewechselten Jadon Sancho, wie Haaland erst 19 Jahre alt. Auch der Engländer ist ein Rohdiamant, der von Spiel zu Spiel geschliffener wird. Auch ohne Marco Reus hat sich der BVB in die Rolle des Bayern-Jägers Nummer eins zurückgekämpft. Und man fragt sich: Was wäre mit ihm? Dann müssten sich die Münchener wohl noch wärmer anziehen.

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