Kommentar: Bayern muss auf Lewandowskis Niveau | Kommentare | DW | 25.08.2019
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Bundesliga-Kommentar

Kommentar: Bayern muss auf Lewandowskis Niveau

Es sollte der Tag von Philippe Coutinho werden, aber Robert Lewandowski überstrahlte gegen Schalke alles. Als Hattrick-Schütze und Führungsfigur setzt der Pole beim FC Bayern die Standards, meint DW-Redakteur Matt Ford.

Die Auswärtspartie des FC Bayern beim FC Schalke 04 am 2. Spieltag der Bundesliga sollte zur Bühne für den großen ersten Auftritt von Neuzugang Philippe Coutinho werden: die Premiere des Superstars und Spielmachers, den die Münchener dringend benötigten. Aber als Coutinho nach einer knappen Stunde Spielzeit schließlich auf den Platz kam, war die Partie bereits entschieden, weil ein altbekannter Leistungsträger den Widerstand der Königsblauen erfolgreich gebrochen hatte.

Mit Torjäger Robert Lewandowski hatte ausgerechnet der Bayern-Spieler doppelt getroffen, der am lautesten namhafte Verstärkungen, große Namen gefordert hatte, kurz gesagt Spieler, die seiner eigenen Qualität entsprechen. Am Samstag unterstrich der Pole diese Qualität zum x-ten Mal. Er beließ es nicht bei nur zwei Toren, sondern erzielte gegen den FC Schalke seinen insgesamt siebten Hattrick in der Bundesliga und toppte damit seine gute Leistung mit Doppelpack im Saisonauftaktspiel gegen Hertha BSC noch.

Endlich die geforderte Qualität

Sein erstes Tor erzielte Lewandowski per Strafstoß - sein leicht verzögerter Anlauf ließ Schalke-Keeper Alexander Nübel in die falsche Ecke springen. Das zweite Tor war ein zentimetergenau gezirkelter Freistoß, der dem ansonsten beeindruckend starken Nübel keine Chance ließ. Beim dritten Tor schließlich legte er den Ball mit einer geschickten Annahme an Gegenspieler Salif Sané vorbei und schloss flach ab.

Matt Ford

Matt Ford

Fast schien es so, als fühle sich Lewandowski durch die Ankunft von Coutinho bestätigt und als habe es die Verpflichtung des Brasilianers gebraucht, um sein eigenes Spiel um eine weitere Stufe nach oben zu schrauben. Als wollte er sagen: 'Endlich! Das ist die Qualität, von der ich gesprochen habe. Das ist das Niveau, auf dem ich bin - und das ist es, was ich auch von allen anderen erwarte.'

Fünf Tore haben die Bayern in den ersten beiden Bundesliga-Spielen erzielt - immer hieß der Torschütze Lewandowski. Der 31-Jährige, der dem Sender Sky sagte, er sei zu "95 Prozent" sicher, seinen Vertrag bei den Münchenern zu verlängern, trägt den Titelverteidiger bislang fast alleine zum Sieg. "Alleine kann man ein Spiel gewinnen, aber mit der Mannschaft gewinnst du Titel", sagte er nach dem Spiel und zeigte großes Selbstvertrauen, ohne allerdings arrogant dabei zu wirken. Der Stürmer fügte hinzu, wie zufrieden er mit den Neuverpflichtungen und dem Kader sei, den er als "optimal" bezeichnete.

Sportdirektor Lewandowski?

Hätte er nicht schwitzend mit dem Spielball als Trophäe für den Hattrick unter dem Arm vor der Kamera gestanden, man hätte meinen können, Lewandowski sei der Sportdirektor der Bayern, der sich zu Transfers und Kaderzusammensetzung äußerte. In München gehört es seit Jahren zum eigenen Anspruch und verkörpert den Charakter des Vereins, stets die besten Spieler für die eigene Mannschaft zu fordern.

In den vergangenen Monaten haben Meinungsverschiedenheiten zwischen den Bayern-Bossen Uli Hoeneß und Karl-Heinz-Rummenigge über die Transferpolitik, die Zukunft des Trainers und die generelle Richtung des Klubs für Unruhe gesorgt. Wollen die Bayern wieder auf ihr gewohntes Niveau zurückkehren und mit den Besten Europas auf Augenhöhe konkurrieren, wäre es daher vielleicht nicht schlecht - siehe Coutinho - öfter die Dinge umzusetzen, die ihr Bester, Robert Lewandowski, lautstark einfordert.

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