Kolumbien setzt Friedensgespräche mit ELN-Guerilla fort | Aktuell Amerika | DW | 13.03.2018
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Friedensverhandlungen

Kolumbien setzt Friedensgespräche mit ELN-Guerilla fort

Nach einer knapp zweimonatigen Pause wollen die kolumbianische Regierung und die linke Guerillaorganisation ELN die Friedensverhandlungen wieder aufnehmen. Zwischenzeitlich war die Gewalt wieder aufgeflammt.

Präsident Santos mit dem Kolumbiens Hochkommissar für Frieden, Rodrigo Rivera, und dem Chefunterhändler Gustavo Bell (v. l.)(picture-alliance/AA/Colombian Presidency Press Office/C. Carrion)

Präsident Santos mit dem Kolumbiens Hochkommissar für Frieden, Rodrigo Rivera, und dem Chefunterhändler Gustavo Bell (v. l.)

Neue Hoffnung im festgefahrenen Friedensprozess mit der kolumbianischen Guerillaorganisation Nationales Befreiungsheer (ELN): Präsident Juan Manuel Santos hat angekündigt, den Dialog mit den linken Rebellen wieder aufzunehmen. Chefunterhändler Gustavo Bell wird laut lokalen Medienberichten in die ecuadorianische Hauptstadt Quito reisen, um die Friedensgespräche wiederzubeleben. Die Rebellen hätten ein Gesprächsangebot der Regierung angenommen, teilte die ELN-Führung mit. Die Guerrilla verbreitete eine entsprechende Erklärung auf Twitter.

"Um Leben zu retten und einen vollständigen Frieden für Kolumbien zu erreichen, habe ich beschlossen, den Dialog mit der ELN wieder aufzunehmen", erklärte Santos in einer Fernsehansprache. Er argumentierte, die marxistische ELN habe sich während der Parlamentswahl am Wochenende an die einseitig erklärte Waffenruhe gehalten. Ziel des zu belebenden Dialogs sei es, einen neuen Waffenstillstand zwischen Rebellen und Regierung zu erreichen, sagte Santos.

Der ELN-Vertreter Pablo Beltran nach dem Abbruch der Gespräche Mitte Januar in Quito (picture-alliance/dpa/AP Photo/D. Ochoa)

Der ELN-Vertreter Pablo Beltran nach dem Abbruch der Gespräche Mitte Januar in Quito

Die Regierung hatte die Anfang 2017 in Quito begonnenen Friedensgespräche mit der ELN im Januar vorerst abgebrochen, nachdem die Guerillagruppe eine Reihe von Bombenanschläge auf Polizeiwachen verübt hatte. Danach starteten die Rebellen eine Militäroffensive und griffen Sicherheitskräfte, Straßen und Brücken an. Anfang Januar war ein gut dreimonatiger Waffenstillstand ausgelaufen. 

ELN-Rebellen bei einer Waffenübergabe im Jahr 2013 (picture-alliance/dpa/EFE/C. Escobar Mora)

ELN-Rebellen bei einer Waffenübergabe im Jahr 2013

Die Feuerpause zwischen Regierung und ELN, die zu einem deutlichen Rückgang von Gewalttaten geführt hatte, war das bisher wichtigste Ergebnis der Friedensverhandlungen. Seit dem Friedensvertrag mit der größeren Rebellengruppe FARC Ende 2016 ist die ELN mit ihren knapp 2000 Kämpfern die letzte aktive Guerillaorganisation in dem südamerikanischen Land.

Der Konflikt zwischen der Regierung, mehreren Rebellengruppen und paramilitärischen Todesschwadronen hatte sich in den 60er Jahren an Landkonflikten und sozialer Ungerechtigkeit entzündet. Seither wurden etwa 340.000 Menschen getötet, mindestens sieben Millionen Kolumbianer wurden vertrieben. 

Infografik Konfliktzonen Kolumbien DEU

stu/ww (epd, dpa, kna, afp)
 

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