Knochenfunde von Verschütteten in Pompeji | Kultur | DW | 25.10.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Archäologie

Knochenfunde von Verschütteten in Pompeji

Fast 2000 Jahre ist es her, dass Pompeji beim Vulkanausbruch des Vesuvs verschüttet wurde. Jetzt machten Archäologen erneut einen Aufsehen erregenden Fund: Sie bargen Skelette und Knochenreste von fünf Menschen.

Wie italienische Medien berichten, fanden sich die menschlichen Überreste im selben Haus, in dem erst vor zwei Wochen Inschriften aufgetaucht waren. Diese hatten die Frage nach der genauen Datierung des verheerenden Vulkanausbruchs im Jahr 79 nach Christus neu belebt. Die jetzt gefundenen Knochen gehörten höchstwahrscheinlich zu zwei Frauen und drei Kindern, die vor dem Vulkanausbruch vergeblich Schutz in einem Schlafzimmer suchten, vermutete der Direktor der Ausgrabungsstätte, Massimo Osanna.

Neben den Knochen stießen die Wissenschaftler auf den Teil eines Bettes oder eines Sofas. "Die Asche fiel schon seit 18 langen Stunden auf Pompeji", rekonstruierte Osanna. Lavabrocken seien schon überall eingedrungen, "haben die Dächer einstürzen lassen, die Straßen ausgefüllt". Eine Flucht sei da nicht mehr möglich gewesen. Das Möbelstück hätten die Frauen vielleicht vor die Tür gestellt, um die Wucht der Asche zu stoppen.

Nachbildung der antiken Stadt Pompeji in Hamburg (picture-alliance/dpa/D. Reinhardt)

Nachbildung der antiken Stadt Pompeji in Hamburg

Vesuv-Ausbruch neu datieren?

In der Ausgrabungsstätte südlich von Neapel war erst vor wenigen Tagen eine Kohle-Inschrift gefunden worden. Sie deutet darauf hin, dass die antiken Städte Pompeji und Herculaneum nicht am 24. August 79 in Schutt und Asche versanken, wie bisher angenommen, sondern erst im Oktober desselben Jahres. Italiens Kulturminister Alberto Bonisoli sprach von einer "bedeutenden Entdeckung". Nun müsse man die Geschichtsbücher neu schreiben. Pompeji ist eine der berühmtesten Ausgrabungsstätten der Welt und zählt zu den meistbesuchten Attraktionen in Italien.

sd/nf (dpa/kna)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema