Knackiger Auftakt für Europa-League-Trio | Sport | DW | 19.09.2018
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Anspruchsvolle Aufgaben

Knackiger Auftakt für Europa-League-Trio

Das erste direkte Aufeinandertreffen der Red-Bull-Klubs aus Leipzig und Salzburg erhitzt die Gemüter. Leverkusen will in Bulgarien einen Schritt aus der Krise machen. Frankfurt muss ohne Fans nach Marseille.

Zum Auftakt der Gruppenphase kommt es in der Europa League am Donnerstag (21.00 Ihr MESZ) zu einer ganz besonderen Paarung: Das erste konzerninternen Duell zwischen RB Leipzig und Red Bull Salzburg steht auf dem Programm. Beide Klubs wurden von Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz gegründet, beide werden durch die Millionen aus dem Getränkekonzern gespeist. Brisant ist zudem, dass ganze sechs aktuelle Leipzig-Profis bereits das Salzburg-Trikot trugen: Peter Gulacsi, Konrad Laimer, Dayot Upamecano, Stefan Ilsanker, Marcel Sabitzer und Kevin Kampl.

Insgesamt wechselten seit 2012 sogar 17 Spieler von Salzburg zu den Leipzigern. Deren Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick war einst parallel auch als Sportdirektor für die Österreicher tätig, Vorstandschef Oliver Mintzlaff bis vor einem guten Jahr als Head of Global Soccer sogar für alle Konzernklubs verantwortlich. Erst als RasenBallsport Leipzig die Bundesliga stürmte und sich im Frühjahr 2017 für die Königsklasse qualifizierte, wurde das enge Konstrukt entflochten.

Es steckt also viel Brisanz in dem Duell, auch wenn niemand von einer möglichen Wettbewerbsverzerrung oder gar Stallorder etwas wissen will. "Allein der Gedanke an Absprachen zwischen zwei Vereinen ist nicht mit unseren Werten vereinbar", beteuerte Mintzlaff. Salzburgs Trainer Marco Rose bekannte vor der Rückkehr in seine Heimatstadt Leipzig immerhin: "Dass das ein spezieller Gegner für uns ist, ist klar."

Bayers Herausforderung in Bulgarien

Bayer-04-Leverkusen Trainer Heiko Herrlich steht im Stadion an der Seitenlinie (Foto: picture-alliance/J. Niering)

In der Bundesliga steht Trainer Heiko Herrlich mit dem Rücken zur Wand: Wird es in der Europa League besser?

Auch auf die andern beiden deutschen Europa-League-Starter warten direkt große Herausforderungen. So steht Bayer 04 Leverkusen nach dem schwächsten Saisonstart der Bundesliga-Historie gewaltig unter Druck. "Wir sind jetzt in der Bringschuld", sagte Leverkusens Sport-Geschäftsführer Rudi Völler vor dem Gastspiel beim bulgarischen Serienmeister Ludogorez Rasgrad (21.00 Uhr MESZ).

Die Mannschaft von Trainer Heiko Herrlich muss liefern, um nach null Punkten aus drei Liga-Spielen wieder etwas Ruhe ins Umfeld zu kriegen. Bei einer weiteren Pleite dürften die Diskussionen um den Coach weiter zunehmen. "Wir müssen jetzt ein Zeichen setzen", forderte Kapitän Lars Bender unmissverständlich. "Es geht einfach darum, in die Saison zu kommen. Bis jetzt sind wir noch im Urlaub."

Ein Spaziergang wird der Trip nach Nordostbulgarien für die Bayer-Truppe nicht. "Wir wollen jetzt nicht so reden, als sei die Europa League genauso stark wie die Champions League", sagte Völler. "Aber das ist vielleicht die stärkste Mannschaft in der Gruppe und ein echter Prüfstein." Als Warnung dient die Hoffenheimer 1:2-Niederlage im Vorjahr, als Rasgrad erst in der Zwischenrunde am AC Mailand scheiterte. Für Sven Bender steht fest: "Das wird knüppelhart."

Eintrachts Geisterstart in Marseille

Olympique Marseille (picture-alliance/Marc Atkins)

Großes Spiel, keine Kulisse: Das Stade Velodrome von Olympique Marseille bleibt im Spiel gegen Eintracht Frankfurt leer

Das gilt auch für Eintracht Frankfurt. Der DFB-Pokalsieger gibt sein Comeback auf der internationalen Fußball-Bühne nach fünf Jahren beim Vorjahresfinalisten Olympique Marseille. Die Vorfreude darauf ist bei der SGE jedoch getrübt, findet die Partie im normalerweise sehr stimmungsvollen Stade Velodrome (18.55 Uhr MESZ) wegen eines von der UEFA verhängten Zuschauerausschlusses doch vor leeren Rängen statt. Als zusätzlicher Stimmungskiller erwies sich ein von der zuständigen Präfektur erlassenes Aufenthaltsverbot für Eintracht-Fans am Spieltag in der Stadt Marseille. "Wir fühlen uns um einen großen Europa-Auftritt betrogen", schimpfte Frankfurts Vorstand Axel Hellmann.

Sportlich erwartet die Eintracht eine knackige Aufgabe, denn Olympique feierte nach einem durchwachsenen Saisonstart zuletzt zwei Siege in Frankreichs Ligue 1. Dennoch sieht Trainer Adi Hütter in der starken Gruppe mit Lazio Rom und Apollon Limassol als weiteren Gegnern durchaus Chancen auf das Weiterkommen. "Diese Chance möchten wir beim Schopf packen", sagte der Österreicher.

ck/asz (dpa)

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