Kleine Klassen – bessere Leistung | Deutschlehrer-Info | DW | 31.05.2018
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Deutschlehrer-Info

Kleine Klassen – bessere Leistung

In kleinen Klassen lernen Schüler laut einer Studie besser. Eine Reduzierung der Schülerzahl schlägt sich in besseren Leistungen nieder. Lehrer- und Bildungsverbände fordern gleichzeitig mehr qualifizierte Lehrkräfte.

Kleinere Klassen in Grundschulen führen zu besseren Leistungen der Schüler in Deutsch und Mathematik. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, die am Mittwoch im Berlin veröffentlicht wurde. Darüber hinaus senken sie die Wahrscheinlichkeit, dass Schüler eine Klasse wiederholen müssen. Für die Studie werteten die Autoren Ergebnisse von Deutsch- und Mathetests von mehr als 38.000 Grundschülern im Saarland aus.

Vor allem in Klassen mit mindestens 20 Schülern zeigt sich demnach ein positiver Effekt, wenn die Schülerzahl reduziert wird. Jedes Kind weniger führe in solchen Klassen in der dritten Jahrgangsstufe im Fach Deutsch dazu, dass der Lernstoff schneller bewältigt werde. Bezogen auf ein Schuljahr entspreche das etwa dem Unterrichtsstoff von zweieinhalb Wochen.

Für mehr Lehrer und kleinere Klassen machen sich auch Lehrerverbände und Gewerkschaften stark. Zugleich mahnten sie, die Schulen nicht mit Forderungen zu überfrachten. „Angesichts des von der Politik zu verantwortenden massiven Mangels an qualifiziertem Personal kann und muss sich Schule zuvorderst auf die wesentlichen Bildungs- und Erziehungsaufgaben konzentrieren“, sagte der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Lehrer müssten ihre Kraft darauf konzentrieren können, „Kinder bestmöglich in ihrer Entwicklung zu fördern“.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) rief dazu auf, die Ausbildungskapazitäten für Lehrer zu erhöhen und die Ausbildung zu reformieren. GEW-Vorstandsmitglied Ilka Hoffmann sprach sich zudem dafür aus, Klassen von 30 Schülern mit zwei Lehrern zu besetzen. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, forderte dies für Klassen mit mehreren Inklusionsschülern.

Meidinger betonte gegenüber der KNA, zu einem guten Schulsystem gehörten auch entsprechend gut ausgestattete und modernisierte Schulhäuser. Davon abgesehen könne Schule nur dann erfolgreich sein, wenn Politik, Eltern und Lehrer an einem Strang zögen. „Auf sich allein gestellt, kann Schule nur wenig bewirken.“