Kinderrechtsaktivistin Malala erhält Sacharow-Preis | Aktuell Welt | DW | 10.10.2013
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Aktuell Welt

Kinderrechtsaktivistin Malala erhält Sacharow-Preis

Die 16-jährige Malala Yousafzai erhält den Sacharow-Preis für Meinungsfreiheit. Das EU-Parlament übergibt ihr die Auszeichnung am 20. November.

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Sacharow-Preis für Malala

Das Europa-Parlament hat der pakistanischen Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai den Sacharow-Preis für Meinungsfreiheit zuerkannt. Dies beschlossen die Fraktionsvorsitzenden im EU-Parlament. Parlamentspräsident Martin Schulz würdigte die Schülerin als "beispielhaft mutige Person in einem Land, in dem Mädchen Freiwild sind".

Der "Sacharow-Preis für geistige Freiheit“ wird seit 1988 vergeben und ist nach dem Friedensnobelpreisträger Andrei Sacharow benannt. Der Sowjetdissident erhielt die Auszeichnung 1975 für die Gründung eines Komitees zur Durchsetzung der Menschenrechte und zur Verteidigung politisch Verfolgter in der UdSSR. Der Sacharow-Preis ist mit 50.000 Euro dotiert. Malala soll ihn am 20. November in Straßburg überreicht bekommen.

Bekannt wurde Malala mit einem Blog für den britischen Rundfunksender BBC, den sie im Alter von zwölf Jahren zu schreiben begann. Darin beschrieb sie ihr Leben unter den radikalislamischen Taliban, die vorübergehend das Swat-Tal an der Grenze zu Afghanistan kontrollierten, bevor die Armee sie wieder vertrieb. Das Mädchen schrieb von den Gräueltaten der Extremisten, vor allem gegen Frauen und Kinder. Es schilderte, wie die Taliban-Kämpfer Mädchenschulen in Brand steckten und Frauen, die sich nicht an ihre strengen Verhaltensregeln hielten, öffentlich auspeitschten.

In Pakistan wurde Malala so rasch zu einem Symbol für den Kampf gegen islamistische Extremisten. Für die Taliban wurde sie zu einer Feindin. Am 9. Oktober 2012 stiegen mehrere Taliban-Kämpfer in den Schulbus, in dem Malala mit einigen Freundinnen saß. Einer schoss ihr gezielt in den Kopf und verletzte sie schwer. Nur dank einer raschen Notoperation in Pakistan und einer anschließenden Behandlung im britischen Birmingham kam das Mädchen mit dem Leben davon.

Die Entschlossenheit der jungen Bloggerin konnten die Taliban mit dem Anschlag nicht bremsen. Bei einem Auftritt vor der UN-Jugendversammlung in New York versicherte Malala am 12. Juli - ihrem 16. Geburtstag - sie werde weiter für die Rechte aller Kinder und Frauen kämpfen: "Nichts hat sich in meinem Leben geändert, außer dies: Schwäche, Angst und Hoffnungslosigkeit sind gestorben. Stärke, Kraft und Mut wurden geboren."

"Das mutigste Mädchen der Welt", wie Malala bewundernd genannt wird, ist auch für den Friedensnobelpreis nominiert, der an diesem Freitag in Oslo vergeben wird.

mz/wl (dpa,afp)

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