Kindermädchen reloaded: Mary Poppins′ Rückkehr ins Kino | Filme | DW | 19.12.2018
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Filmmusical

Kindermädchen reloaded: Mary Poppins' Rückkehr ins Kino

Zuletzt erschien sie 1964 über dem Himmel von London - in Gestalt von Julie Andrews. Jetzt ist Emily Blunt als Kindermädchen Mary Poppins zu sehen. Auch die Fortsetzung setzt wieder auf Familienunterhaltung.

Damals sahen den Film Millionen, überall in der Welt: "Mary Poppins" war ein Kinoereignis. Julie Andrews wurde zum Star, die Menschen sangen die Songs aus dem Film zu Hause und auf der Straße. Noch heute gilt "Mary Poppins" als eines der erfolgreichsten Filmmusicals überhaupt und hat längst den Status eines Klassikers erlangt. Verantwortlich dafür war damals, mehr als der routinierte Regiehandwerker Robert Stevenson, der Walt Disney-Konzern.

Disney setzte damals auch auf Filme mit "echten" Darstellern

Der US-amerikanische Unterhaltungsriese war seinerzeit vor allem als Spezialist für Zeichentrickfilme bekannt. Mit "Bambi", "Cinderella" oder "Dornröschen" hatte Disney Millionen Menschen auf der Welt glücklich gemacht - und zwar nicht nur Kinder. Doch irgendwann ließ auch für Walt Disney der Erfolg nach. Es musste etwas Neues her. Mit "Mary Poppins" gelang das, vor allem durch die gelungene Mischung aus Real- und Trickfilmszenerie, das Ganze als fröhliches Musical serviert.

Filmstills Mary Poppins (picture-alliance/Mary Evans Picture Library)

Allzeit fröhlich: Julie Andrews in der Verfilmung von 1964

"Mary Poppins" wurde Kult. Und verwunderlich ist weniger die Tatsache, dass jetzt mit "Mary Poppins' Rückkehr" eine Fortsetzung in die Kinos kommt. Erstaunlich ist eher, dass das so lange gedauert hat. Hollywood ist ja sonst in Sachen Sequels und Prequels nicht gerade schläfrig. Erfolgsfilme werden seit der Ära des Blockbuster-Kinos nicht selten neu verfilmt, variiert und in immer neuen Fortsetzungen an den Kinokassen ausgewrungen.

Walt-Disney-Konzern als globaler Player 

54 Jahre hat es in diesem Fall gedauert, bis es soweit war. Und wieder hat Disney zugegriffen. Der Konzern ist längst einer der großen Player in Hollywood, hat sich in den letzten Jahren Studios und Produktionsfirmen einverleibt und Konkurrenten geschluckt.

Disney gehört zu den erfolgreichsten global agierenden Unterhaltungskonzernen der Welt. Zwar produziert Disney immer noch animierte Filme, doch die analogen Zeiten liegen lange zurück. Zeichentrickfilme, wenn man sie denn überhaupt noch so nennen will, entstehen heute in der Regel am Computer.

Filmstills Mary Poppins Rückkehr (Jay Maidment)

Hexenrot: Meryl Streep als Cousin Topsy in der Neuverfilmung

2018 hat Disney mit seinen Kinofilmen weltweit sagenhafte sieben Milliarden Dollar eingenommen. Von den acht erfolgreichsten Kinofilmen kommt die Hälfte aus dem Hause Disney. Und das ist die Statistik von Anfang Dezember: "Mary Poppin's Rückkehr" ist da natürlich noch gar nicht erfasst.

Nach seiner US-Premiere in Los Angeles vor zwei Wochen feiert der neue Mary-Poppins-Film nun in London Europa-Premiere. Und eigentlich ist das ja auch der rechte Ort für einen Film, dessen Schauplatz so offensichtlich die britischen Hauptstadt ist. Regulär kommt "Mary Poppins' Rückkehr" ab dem 19. Dezember weltweit in die Kinos.

Literarische Vorlage war weniger verspielt 

Auch den neuen Mary Poppins-Film muss man so nehmen, wie er ist - und sein soll. Schon die alte Version von 1964 war ein zuckersüßes Unterhaltungsangebot für die ganze Familie. Gesellschaftliche Spitzen, wie sie noch in der Romanvorlage von P.L. Travers enthalten waren, wurden 1964 für die Verfilmung zu großen Teilen ausgemerzt.

Travers habe die Animationsszenen in dem Film und überhaupt die ganze Umsetzung fürs Kino als zu süßlich empfunden, hieß es damals. Vermutlich würde sich die 1996 in London verstorbene australische Schriftstellerin angesichts der filmischen Rückkehr ihrer Figur im Grabe herumdrehen.

Filmstills Mary Poppins (picture-alliance/United Archives/Impress)

Mary Poppins kommt mit Charme und Schirm von oben - die Kinderdarsteller in der Erstverfilmung

Denn auch "Mary Poppins' Rückkehr" ist vor allem eines: furchtbar bunt und zuckersüß. Das muss man mögen. Oder auch nicht. Der Stoff ist ja nicht schlecht. Doch hätte man sich gewünscht, dass ein künstlerisch ambitionierterer Regisseur das Zepter in die Hand genommen hätte.

Hollywood hätte ja auch in dieser Hinsicht etwas zu bieten. Tim Burton wäre vielleicht die Idealbesetzung gewesen. Oder Quentin Tarantino. Doch Walt Disney hat aus finanziell nachvollziehbaren Gründen auf Sicherheit gesetzt. Und so dürfte "Mary Poppins' Rückkehr" auch für eine Rückkehr des Erfolgs an den Kinokassen sorgen.

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