Kim kündigt ″schockierende Maßnahmen″ an | Aktuell Welt | DW | 01.01.2020
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Atomkonflikt

Kim kündigt "schockierende Maßnahmen" an

Nordkoreas Machthaber beschuldigt die USA, sie stellten "Forderungen wie Gangster". Nach Ablauf eines einseitigen Ultimatums schwört Kim Jong Un das abgeschottete Volk auf neue Rüstungsprojekte ein.

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un (Archivbild) will die Entwicklung von Raketen weiter vorantreiben. In seiner Neujahrsansprache drohte er der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA zufolge, die Welt werde in naher Zukunft eine "neue strategische Waffe" sehen. Angesichts der stockenden Atomgespräche mit den USA beschuldigte Kim die Regierung in Washington, "gangsterähnliche Forderungen" zu stellen und Zeit zu schinden.

Von der Haltung der Vereinigten Staaten werde es abhängen, wie intensiv Nordkorea seine "nukleare Abschreckung" vorantreibe. Pjöngjang könne nicht die künftige Sicherheit im Tausch für Glück und Bequemlichkeit aufgeben, sagte Kim auf einer Sitzung des Zentralkomitees seiner Partei. Nordkorea werde sich nicht mehr an das Moratorium für Atomversuche und Tests von Interkontinentalraketen halten. Die Tür für einen Dialog bleibe jedoch offen.

Ultimatum verstrichen

US-Außenminister Mike Pompeo erklärte in einer ersten Reaktion: "Wir hoffen, dass der Vorsitzende Kim die richtige Entscheidung trifft." Er könne "Frieden und Wohlstand" wählen - statt "Konflikt und Krieg", sagte Pompeo dem Fernsehsender Fox News.

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Pompeo: "Wir hoffen weiter, dass Kim seine Versprechen einhält"

Die USA hatten zuvor ein von Pjöngjang gestelltes Ultimatum für einen Neustart der Abrüstungsgespräche verstreichen lassen. Die Verhandlungen liegen seit einem gescheiterten Gipfeltreffen Kims mit US-Präsident Donald Trump im Februar auf Eis. Nordkorea fordert unter anderem eine Aufhebung internationaler Sanktionen. Trump lehnt das bislang ab und verlangt verbindliche Zusagen von Pjöngjang.

International ist Nordkorea weitgehend isoliert. Als wichtigster Verbündeter gilt China. Nach wiederholten Verstößen gegen UN-Auflagen waren 2016 und 2017 drastische Sanktionen gegen das abgeschottete Land verhängt worden.

jj/nob (dpa, afp, rtr)