Kim-Attentäterin kommt frei | Aktuell Asien | DW | 03.05.2019
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Justiz

Kim-Attentäterin kommt frei

Der tödliche Anschlag auf den Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un liegt mehr als zwei Jahre zurück. Eine der Attentäterinnen wurde jetzt - einen Monat nach ihrer Verurteilung - aus dem Gefängnis entlassen.

Kim Jong Nam Attentatsfall in Malaysia (Getty Images/AFP/M. Rasfan)

Doan Thi Huong (Mitte) bei ihrer Verurteilung am 1. April

Die 30-jährige Vietnamesin werde noch heute in ihre Heimat fliegen, teilte ihr Anwalt der Deutschen Presse-Agentur in Kuala Lumpur mit. Doan Thi Huong war Anfang April von einem Gericht in Malaysias Hauptstadt wegen vorsätzlicher Körperverletzung für schuldig befunden worden und zu einer Haftstrafe von drei Jahren und vier Monaten verurteilt worden. Sie hatte zuvor allerdings bereits mehr als zwei Jahre in Untersuchungshaft verbracht.

Die zweite Attentäterin, die 27-jährige Indonesierin Siti Aisyah befindet sich bereits seit Mitte März auf freiem Fuß. Sie wurde auf Bitten ihrer Regierung durch eine Art Gnadenerlass aus der Haft entlassen. Begründet wurde dies von Malaysia mit einem übergeordneten Interesse an guten Beziehungen zum großen Nachbarn Indonesien.

Kim Jong Nam (picture-alliance/AP Photo/S. Kambayashi)

Kim Jong Nam starb im Februar 2017 auf dem Flughafen von Kuala Lumpur

Wussten die beiden Frauen, was sie taten?

Die Vietnamesin hatte den Halbbruder von Nordkoreas Diktator, Kim Jong Nam im Februar 2017 gemeinsam mit einer inzwischen ebenfalls freigelassenen Indonesierin auf dem Flughafen von Kuala Lumpur getötet. Beide Frauen behaupten, dass sie nicht wussten, was sie taten. Angeblich dachten sie, dass sie für einen Fernsehscherz im Stil der "Versteckten Kamera" einem fremden Mann Babyöl ins Gesicht drücken sollten.

Tatsächlich handelte es sich bei dem Öl aber um Nervengift. Vermutet wird, dass Nordkoreas Geheimdienst hinter dem Attentat steckt. Kim Jong Nam war der älteste Sohn des langjährigen Machthabers Kim Jong Il aus einer früheren Ehe. Eine Zeit lang galt er als erster Anwärter auf die Nachfolge, fiel dann aber in Ungnade und verbrachte die letzten Jahre außerhalb Nordkoreas.

bru/haz (dpa/afp)

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